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Höhere Haftpflichtprämien für Hebammen

Ab dem 1. Juli 2016 müssen freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen in Deutschland eine weitere Erhöhung der Haftpflichtprämien tragen. Die Gruppenhaftpflichtversicherung des Deutschen Hebammenverbands e.V. (DHV) steigt von derzeit 6.274 Euro auf 6.843 Euro an. Die betroffenen rund 2.600 freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen begleiten 21% aller Geburten in Deutschland – in Kliniken, in Geburtshäusern und zu Hause.

Hebammen in Not

Trotz des sogenannten Sicherstellungszuschlags der gesetzlichen Krankenkassen müssen Hebammen ab Juli mindestens 1.954 Euro der Haftpflichtprämie selbst bezahlen. Zudem erhält nur ein Teil der betroffenen Hebammen diesen Zuschlag. Er ist damit kein echter Ausgleich und bietet, da er rückwirkend auf Antrag ausgezahlt wird, keine Planungssicherheit für Hebammen. Zusätzlich zahlen die privaten Krankenkassen derzeit keinen Ausgleich für die Haftpflichtkosten.

Hebammen vor dem beruflichem Aus

Ende April hatten rund 1.500 Hebammen den Sicherstellungszuschlag beim GKV-Spitzenverband beantragt. Das bedeutet, dass zehn Monate nach Inkrafttreten des Zuschlags ein Großteil der betroffenen 2.600 Hebammen immer noch keinen Ausgleich bekommen hat. Die Vergütung der Hebammen ist gleichzeitig mit dem Einsetzen des Sicherstellungszuschlags verringert worden, so dass Hebammen die Haftpflichtkosten auch hiermit nicht mehr ausgleichen können. Der Deutsche Hebammenverband klagt aktuell vor dem Berliner Sozialgericht gegen die Regelungen. Der Hebammenverband fordert eine echte Lösung der Haftpflichtproblematik, beispielsweise durch einen Haftungsfonds.

Haftpflichtproblematik führt zu Hebammenmangel

Seit Jahren steigen Hebammen aufgrund der Haftpflichtproblematik aus der freiberuflichen Geburtshilfe aus oder geben ihren Beruf sogar auf. Ein Mangel an Hebammenhilfe zeigt sich mittlerweile bei Geburten, bei der Schwangerenvorsorge und der Wochenbettbetreuung. Nicht mehr jede Frau findet eine Hebamme für eine außerklinische Geburt oder eine Wochenbettbetreuung. Doch auch in den Kliniken zeigt sich der Rückgang: In den vergangenen Monaten mussten immer wieder Kliniken ihre Kreißsaaltüren schließen, weil sie keine freiberuflichen sogenannten Beleghebammen mehr finden konnten – beispielsweise aktuell in Niebüll und Schmalkalden.

Weitere Informationen zur Situation der Hebammen in Deutschland auf der Seite des Deutschen Hebammenverbandes.

Equal Pay Day für gerechte Bezahlung

Hebammen begleiten Frauen in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit hat eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung. Ein angemessenes Gehalt bekommen Hebammen jedoch nicht. Zum Equal Pay Day thematisiert der Hebammenverband Vergütung und Arbeitsbedingungen von Hebammen.

Frauenberufe sind schlecht bezahlt

Hebammen gehören zu den Care-Berufen. Das sind Frauenberufe, die vergleichsweise schlecht bezahlt werden. Frauen verdienen in Deutschland derzeit durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als Männer. Der Equal Pay Day weist auf diesen Missstand hin und möchte in diesem Jahr unter dem Motto „Was ist meine Arbeit wert?“ die Wertschätzung und damit auch die Bezahlung sozialer Dienstleistungen erhöhen.

Unverzichtbarer Dienst für die Gesellschaft ist nichts wert

„Hebammen unterstützten Frauen in allen Phasen der Schwangerschaft und begleiten den Beginn des Lebens. Sie leisten einen unverzichtbaren Dienst für Mutter und Kind. Hebammenarbeit ist verantwortungsvoll und sollte entsprechend bezahlt werden“, sagt Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des Deutschen Hebammenverbands e. V. (DHV) und Beirätin für angestellte Hebammen. Mit Aktionen zum Motto „Was ist meine Arbeit wert?“ macht der Verband auf die Schieflage aufmerksam.

Schwarze Zukunft für Hebammen ohne Wertschätzung

Neben einer geringen Vergütung erschweren derzeit die Arbeitsbedingungen die Tätigkeit von angestellten Hebammen in den Kliniken. Eine aktuelle Umfrage des DHV unter angestellten Hebammen zeigt steigende Arbeitsbelastungen durch eine Zunahme von fachfremden Tätigkeiten und Personalmangel. Seit Jahren steigt die Teilzeitquote bei Hebammen in Kliniken. Viele Kliniken finden mittlerweile keine Hebammen mehr.

Wer sich vertiefen möchte zu den Problemen, mit denen sich die Hebammen in Deutschland derzeit herumschlagen müssen, der findet wertvolle Infos auf der Website des Dt. Hebammenverbandes unter www.deutscherhebammenverband.de

Personalengpässe bei deutschen Hebammen

Hebammen schlagen Alarm. Aufgrund von Personalengpässen warnt der Deutsche Hebammenverband vor Auswirkungen. In Deutschen Kreißsälen sei die Qualität bei Betreuung von Geburten aufgrund der Arbeitsbedingungen gefährdet. Lesen Sie mehr:

Hebammen haben zwei oder mehr Gebärende gleichzeitig zu betreuen

In Deutschlands Kreißsälen betreuen 95 Prozent der Hebammen bereits häufig zwei und oft sogar noch mehr Frauen gleichzeitig während der Geburt. Fast zwei Drittel der Hebammen müssen aufgrund von Personalengpässen regelmäßig Vertretungen übernehmen. Sie können Pausen nicht einhalten und leisten immer mehr Überstunden. Die Situation der Geburtshilfe in Kliniken ist in Deutschland seit Jahren angespannt. Freie Stellen werden nicht mehr besetzt und monatlich schließen Kreißsäle ganz oder teilweise ihre Türen. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat eine repräsentative Umfrage von rund 1.700 Hebammen in Kliniken beauftragt, die eine deutliche Verschlechterung von Arbeitsbedingungen in den vergangenen drei Jahren aufzeigt. Der DHV befürchtet, dass sich die Qualität in der Geburtshilfe in den Kliniken verschlechtert, sollte hier nicht bald Abhilfe beispielsweise durch mehr Personal geschaffen werden.

Qualität der Geburtshilfe leidet an Personalknappheit

„Qualität und Sicherheit in der Geburtshilfe ist nur mit ausreichend Personal möglich. Unsere Umfrage zeigt jedoch: Hebammen arbeiten in den Kreißsälen aktuell unter immer schlechteren Arbeitsbedingungen, vor allem weil Personal fehlt“, stellt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands e. V. fest. „Eine gute Betreuung von Schwangeren ist nur noch durch den hohen persönlichen Einsatz jeder einzelnen Hebamme möglich. Das wird zukünftig nicht mehr tragen. Hebammen arbeiten zunehmend Teilzeit und überlegen, ihren Arbeitsplatz zu wechseln“, ergänzt Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied im DHV und selbst jahrelang als Hebamme in Kliniken tätig.

Forderungen des Dt. Hebammenverbandes

Der Deutsche Hebammenverband fordert, dass künftig mehr Hebammen in den Kreißsälen eingesetzt werden. Finanziert werden könnte dies beispielsweise aus Mitteln des Krankenhausstrukturgesetzes. Hebammen müssen dort außerdem die Tätigkeit ausführen können, für die sie ausgebildet wurden – Geburten sicher begleiten – und nicht zunehmend Nebentätigkeiten. Für ihre verantwortungsvolle Arbeit sollten sie zudem angemessen verdienen.

Weitere Informationen auch zur durchgeführten Befragung von Hebammen zu den Arbeitsbedingungen unter www.hebammenverband.de.

Haftpflicht setzt freie Hebammen unter Druck

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Auf der jährlichen Bundesdelegiertentagung des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (DHV) in Fulda wurde bekannt gegeben, dass der DHV weiterhin eine Versicherung für freiberufliche Hebammen anbieten kann. Der Haftpflichtschutz für weitere zwei Jahre wird von einem Konsortium aus mehreren Versicherern abgedeckt.
Damit gehen jedoch erneut massive Steigerungen einher: Im Juli 2016 steigt die Haftpflicht um neun Prozent auf jährlich 6.843 Euro für freiberufliche Geburtshelferinnen, im Juli 2017 erneut um über elf Prozent auf dann 7.639 Euro. Ein Sicherstellungszuschlag soll Abhilfe schaffen, wird jedoch nicht alle betroffenen Hebammen ausreichend entlasten können. Erst kürzlich hat eine Schiedsstelle über dessen Ausgestaltung entschieden. Der DHV bereitet aktuell eine Klage gegen diesen Schiedsbeschluss vor.

Hebammen können auch ab Juli 2016 weiterhin freiberuflich arbeiten„, so Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands. „Doch die Kosten steigen weiter. Die bisher verabschiedeten politischen Maßnahmen greifen nicht ausreichend. Der Sicherstellungszuschlag ist eine sinnvolle Maßnahme zur Entlastung der Hebammen. Die Umsetzung entspricht aber nicht dem, was wir Hebammen brauchen und was der Gesetzgeber erreichen wollte.“

Auch von dem im Juni beschlossenen Regressverzicht der Kranken- und Pflegekassen erwartet der DHV keine Auswirkungen auf den Versicherungsmarkt. Nach wie vor gibt es keine alternativen Versicherer zum Konsortium für den DHV ab Juli 2016. Der DHV sieht weiterhin den dringenden Bedarf, das Problem auch langfristig anzugehen. Eine mögliche Lösung bietet ein Haftungsfonds, der bei Schäden einspringt, die über eine Haftungsobergrenze hinausgehen.
In den vergangenen Jahren sind immer mehr freiberufliche Hebammen aus dem Beruf und insbesondere aus der Geburtshilfe aufgrund der hohen Haftpflichtprämien ausgestiegen. Eine ausreichende Versorgung mit Hebammenhilfe ist in vielen Regionen in Deutschland nicht mehr gegeben. Rund um die Geburtshilfe werden im kommenden Jahr weitere Lücken in der Versorgung entstehen.
Die Zentralisierung von Kliniken verschärft diese Situation und bedeutet, dass nicht mehr überall wohnortnah Geburtshilfe angeboten werden kann. „Hebammen garantieren eine möglichst interventionsarme Geburtshilfe und handeln damit im Sinne der werdenden Mütter. Hebammenhilfe hat unschätzbaren Wert. Das gilt es unbedingt zu erhalten. Dafür werden wir mit allen Mitteln kämpfen“, betont Martina Klenk.
Die BDT ist das wichtigste beschlussfassende Gremium des Deutschen Hebammenverbandes. Rund 150 delegierte Hebammen aus den 16 Landesverbänden beraten über die Zukunft der Hebammen und stimmen über die künftigen Schwerpunkte des Verbandes ab. Außerdem werden bei der BDT in diesem Jahr u.a. zwei Präsidiumsmitglieder in ihrem Amt bestätigt oder neu gewählt.
Mitteilung des Dt. Hebammenverbandes
www.hebammenverband.de

Hebammenverband befürchtet Untergang der Hausgeburt

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Der Verband kritisiert die am 25.09.15 erfolgte Entscheidung der Schiedsstelle, die verbindliche Ausschlusskriterien für Hausgeburten festlegt, obwohl ihr Nutzen nicht wissenschaftlich belegt ist. Dazu zählt zum Beispiel die Überschreitung des berechneten Geburtstermins um drei Tage. In diesem Fall soll zukünftig immer ein Arzt bestimmen, ob eine Hausgeburt möglich ist. Frauen und Eltern haben damit keine selbstbestimmte freie Wahl des Geburtsortes mehr, obwohl diese gesetzlich zugesichert ist. Der Hebammenverband bewertet die heutige Entscheidung als schweren Einschnitt in das Berufsrecht der Hebammen. Diesen wird damit die Fähigkeit abgesprochen zu entscheiden, wann eine Schwangerschaft nicht mehr regelgerecht verläuft. Der DHV befürchtet, dass es in der Praxis zukünftig kaum noch Hausgeburten geben wird.

„Die Etablierung von Ausschlusskriterien hat nichts mit einer Qualitätsverbesserung in der außerklinischen Geburtshilfe zu tun, sondern bewirkt deren Abschaffung“, meint Katharina Jeschke, Verhandlungsführerin des DHV und Präsidiumsmitglied. „Das leitet den Untergang der Hausgeburt ein“, meint Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands. Ein jahrtausendealter Beruf, der Geburtshilfe in hoher Qualität erbringt, werde damit ohne wissenschaftlich fundierte Begründung in seinen Grundzügen verändert.

„Mit Besorgnis nehmen wir wahr, dass die natürliche, die physiologische Geburt immer weniger im Fokus der Geburtshilfe steht. Das Vertrauen in die Körperkompetenz von Frauen geht verloren. Technische Hilfsmittel werden immer mehr in den Vordergrund geschoben, da sie vermeintlich Sicherheit bieten“, so Martina Klenk. Es gebe jedoch keine empirisch belegbaren Beweise, dass eine Hausgeburt weniger sicher ist als eine Geburt in der Klinik oder dass dabei mehr Komplikationen auftreten.

Die Regelungen der Schiedsstelle bedeuten, dass ohne ärztliche Zustimmung zur Hausgeburt bei sogenannten relativen Ausschlusskriterien sowie immer bei absoluten Ausschlusskriterien eine Hebamme, die eine Hausgeburt durchführt, gegen den Vertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen verstößt. In der Folge kann sie vom Vertrag ausgeschlossen werden. Gesetzlich versicherte Frauen erhalten damit in diesen Fällen keine Hebammenbetreuung auf Kosten der Krankenkasse. Auch haftungsrechtlich sind die Konsequenzen vermutlich weitreichend – eine Hausgeburt durchzuführen würde dann in den meisten Fällen als grob fahrlässiges Verhalten der Hebamme gewertet werden können.
„Wir gehen davon aus, dass die meisten Ärztinnen und Ärzte allein aus der Furcht vor haftungsrechtlichen Folgen zukünftig keine Zustimmung zur Hausgeburt geben werden. Vielerorts können Frauen diese Erlaubnis schon deshalb nicht bekommen, da Arztpraxen üblicherweise an Wochenenden und Feiertagen gar nicht besetzt sind“, meint Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied des DHV.
Auszug aus Pressemitteilung des Dt. Hebammenverbandes vom 25. September 2015