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Bericht einer Hausgeburt

Kiria Vandekamp, Netzwerkpartnerin von FlowBirthing, hat eine berührende Rückmeldung einer Mutter, die zu Hause entbunden hat mit uns geteilt. Es ist einfach wunderschön zu hören, dass die Geburt ein stärkendes Erlebnis für Mutter, Kind und die ganze Familie war, darum teile ich die Worte der jungen Mutter hier:

Wunderschöne Hausgeburt

„(Unser Kind) ist mit der Unterstützung von zwei (per Zufall) Hebammen und meinem Mann zu Hause im Familienbett auf die Welt gekommen. Es war ein wunderbares Erlebnis für alle Beteiligten!

Der Geburtszauber hält an

Die Geburt verlief sehr ruhig und entspannt, da ich nicht einen Moment auf der Geburtsreise an den Fähigkeiten von mir und meinem Körper gezweifelt hatte. Ich war umgeben von wunderbaren Menschen – meiner „Traumbesetzung“. Die Kleine war zwar nach 3 Stunden auf der Welt, aber der GeburtsZauber hält aber immer noch an. Das Schlafzimmer behält den Zauber regelrecht inne.

Kraftvolle Geburt stärkt die Mutter im Innersten

Während der Geburt war ich völlig in mir und habe kaum mitbekommen was um mich herum passiert. Ich hab dabei so irre viel über meinen Körper gelernt. Noch heute bin ich beim Schreiben über die Geburt wie benebelt. Ich weiß zwar wie es sich angefühlt hat, kann es aber nicht in Worte fassen. Ich habe von dieser Geburt so viel über mich erfahren – vor allem wie stark ich bin, dass ich am stärksten bin, wenn ich auf meinen Körper und Instinkt vertraue.

Stärkung der ganzen Familie durch bewusste Geburtsvorbereitung

Aber die Geburt und die Arbeit davor, hat nicht nur mir Vertrauen ins Leben geschenkt, sondern auch meinem Mann und meinen Töchtern. Sie hat uns als Familie Stärke und Vertrauen gegeben, dass wir der Meinung sind „Nie wieder anders und jederzeit nochmal so!“

Kiria hat den Sex, Spirit, Birth Online Kongress organisiert und bietet Beratung zum Thema „Sexualität, Spiritualität & Geburt“ sowie grundsätzlich zu Frauenthemen, wie der Vertiefung deines Kontaktes zu deinem Schoßraum und damit deiner urweiblichen Kraft. Weitere Infos unter www.sensualbirthing.de.

Der Fall Anna Rockel-Loenhoff

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In Deutschland wird mit zweierlei Maß gemessen, was die Hausgeburten oder Klinkgeburten angeht. 2008 kam bei einer Hausgeburt unter schwierigen Bedingungen (Hotelzimmer und Beckenendlage) ein Kind zur Welt, das innerhalb der ersten Stunde verstarb. Der Fall Anna Rockel-Loenhoff führt vor Augen: wir leben nicht mehr im finsteren Zeitalter, wohl aber im Zeitalter der Verblendung, in dem weibliches Weisheitswissen noch immer am Pranger steht!

Tod nach Hausgeburt im Verdacht der Tötungsabsicht

Wäre das Kind im Krankenhaus nach der Entbindung verstorben, weil es – wie Anzeichen vermuten lassen, nicht lebensfähig war, wäre sauber ermittelt worden und die Ärzte aufgrund höheren Schicksal gar nicht erst angeklagt worden. Nicht so die Hebamme und Ärztin Anna Rockel-Loenhoff, einer Ikone der natürlichen Geburt, die man nun, da sie sich der Technikgläubigkeit verwehrt, für 6 Jahre ins Gefängnis steckt und ihr lebenslanges Berufsverbot gibt. Der Tod geht nicht auf einen handwerklichen Fehler der Hebamme zurück, daher ist sie auch nicht wegen Fahrlässigkeit angeklagt gewesen, sondern wegen der Tatsache, dass sie die Mutter bei ihrem Wunsch im Hotel zu entbinden, unterstützt hat. Dass sie die Geburt überhaupt begleitet hat, darin sieht das Gericht die Tötungsabsicht bestätigt, einer „arroganten und sich selbst überschätzenden Hebamme“ wie es im Urteil heißt.

Diametrale Betrachtung von Geburt als natürlich versus lebensgefährlich

Nicht nur in der Urteilsverkündung, sondern auch im Prozessverlauf zeigen sich die Gräben, die zwischen natürlicher Geburtshilfe und hochtechnisierter Geburtsmedizin verlaufen. Der Prozess kam einer Vorverurteilung gleich: „Alle hören Hotelgeburt und Beckenendlage und denken, dass das Kind daran gestorben sein muss.“ So wurden die Fakten, wozu auch die genaue Todesursache zählt als unwesentlich nicht ermittelt. Es war Konsens, dass eine Geburt unter diesen Umständen den Tod des Kindes billigend in Kauf genommen habe. Wäre das Kind im Krankenhaus nach der Entbindung verstorben, weil es – wie Anzeichen vermuten lassen, nicht lebensfähig war, wäre sauber ermittelt worden und die Ärzte aufgrund höheren Schicksal gar nicht erst angeklagt worden.

Mainstream mit Vorurteilen gegenüber natürlicher Geburt reicht bis in höchste Kreise

Das Entsetzliche an diesem Fall sind nicht die Vorurteile in der Schulmedizin, die ihre Daseinsberechtigung aus der Unterdrückung der weiblichen Kraft ziehen oder die Mainstream-Meinung der Bevölkerung – immerhin befassen sich ja nur 2-4 Prozent der Menschen mit dem Thema Hausgeburten intensiv – nein, das Bestürzende ist, dass sich Vorurteile in den Köpfen von Akademikern und Entscheidungsträgern finden und auf dieser Basis ein Urteil fällen. Das legt den Verdacht nahe, dass es hier gar nicht um den Fall, sondern um die Statuierung eines Exempels ging: nur in der Klink darf geboren und gestorben werden, sonst handelt es sich um einen Fall von Tötungsabsicht. Wie sollen Hebammen denn so weiterarbeiten?

Geburt ist immer ein schicksalhaftes Ereignis

Wer leugnet, dass es auch bei bester Betreuung und Fähigkeiten aller Beteiligten leider auch zum traurigen Fall eines kranken, geschädigten oder sogar toten Kindes bei der Geburt kommen kann (bei etwa 3 von 1000 Geburten), der leugnet die Gesetze des Lebens. Geburt ist und bleibt ein schicksalhaftes Ereignis und das ist unabhängig von der Behandlung durch eine Hebamme oder einen Arzt. Eine Garantie auf ein gesundes Kind, kann niemand geben. Auch die Schulmedizin nicht, die das Sicherheitsargument ins Feld führt, damit es Argumente für eine Klinikgeburt gibt. Zu Hause ist ein dramatisches Ereignis „verantwortungslos“ und im Krankenhaus „höhere Gewalt“.

Positive Beeinflussung von Geburten durch weibliches Weisheitswissen

Dabei gibt es Belege, dass die schicksalhaften Verläufe lassen sich minimieren durch eine 1:1 Betreuung durch eine Hebamme und die Kompetenz der Mutter stärkende Geburtsvorbereitung und positive Ausrichtung auf die Geburt. Ganz zu schweigen von der höheren körperlichen Verletztheit von Müttern bei Geburten in Kliniken (ca. 20 Prozent nicht notwendige Kaiserschnitte und ca. 20 Prozent vermeidbare Dammschnitte) und deren Leidensgeschichte in Folge. Ganz zu schweigen von der steigenden Zahl der Mütter, die nach einem Kaiserschnitt aufgrund einer Infektion mit Krankenhauskeimen versterben. Diese Toten wären tatsächlich vermeidbar gewesen. Aber darüber wird geschwiegen!

Interview mit Anna Rockel-Loenhoff
Hier ein sehr nachdenklich machendes Interview mit der verurteilten Hebamme und Ärztin Anna Rockel-Loenhoff vor dem Antritt ihrer Haftstrafe! Über den Fall gibt es am 29. Juni 2016 um 22.03 Uhr im SWR 2 auch eine einstündige Dokumentation.

Hebammenverband befürchtet Untergang der Hausgeburt

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Der Verband kritisiert die am 25.09.15 erfolgte Entscheidung der Schiedsstelle, die verbindliche Ausschlusskriterien für Hausgeburten festlegt, obwohl ihr Nutzen nicht wissenschaftlich belegt ist. Dazu zählt zum Beispiel die Überschreitung des berechneten Geburtstermins um drei Tage. In diesem Fall soll zukünftig immer ein Arzt bestimmen, ob eine Hausgeburt möglich ist. Frauen und Eltern haben damit keine selbstbestimmte freie Wahl des Geburtsortes mehr, obwohl diese gesetzlich zugesichert ist. Der Hebammenverband bewertet die heutige Entscheidung als schweren Einschnitt in das Berufsrecht der Hebammen. Diesen wird damit die Fähigkeit abgesprochen zu entscheiden, wann eine Schwangerschaft nicht mehr regelgerecht verläuft. Der DHV befürchtet, dass es in der Praxis zukünftig kaum noch Hausgeburten geben wird.

„Die Etablierung von Ausschlusskriterien hat nichts mit einer Qualitätsverbesserung in der außerklinischen Geburtshilfe zu tun, sondern bewirkt deren Abschaffung“, meint Katharina Jeschke, Verhandlungsführerin des DHV und Präsidiumsmitglied. „Das leitet den Untergang der Hausgeburt ein“, meint Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands. Ein jahrtausendealter Beruf, der Geburtshilfe in hoher Qualität erbringt, werde damit ohne wissenschaftlich fundierte Begründung in seinen Grundzügen verändert.

„Mit Besorgnis nehmen wir wahr, dass die natürliche, die physiologische Geburt immer weniger im Fokus der Geburtshilfe steht. Das Vertrauen in die Körperkompetenz von Frauen geht verloren. Technische Hilfsmittel werden immer mehr in den Vordergrund geschoben, da sie vermeintlich Sicherheit bieten“, so Martina Klenk. Es gebe jedoch keine empirisch belegbaren Beweise, dass eine Hausgeburt weniger sicher ist als eine Geburt in der Klinik oder dass dabei mehr Komplikationen auftreten.

Die Regelungen der Schiedsstelle bedeuten, dass ohne ärztliche Zustimmung zur Hausgeburt bei sogenannten relativen Ausschlusskriterien sowie immer bei absoluten Ausschlusskriterien eine Hebamme, die eine Hausgeburt durchführt, gegen den Vertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen verstößt. In der Folge kann sie vom Vertrag ausgeschlossen werden. Gesetzlich versicherte Frauen erhalten damit in diesen Fällen keine Hebammenbetreuung auf Kosten der Krankenkasse. Auch haftungsrechtlich sind die Konsequenzen vermutlich weitreichend – eine Hausgeburt durchzuführen würde dann in den meisten Fällen als grob fahrlässiges Verhalten der Hebamme gewertet werden können.
„Wir gehen davon aus, dass die meisten Ärztinnen und Ärzte allein aus der Furcht vor haftungsrechtlichen Folgen zukünftig keine Zustimmung zur Hausgeburt geben werden. Vielerorts können Frauen diese Erlaubnis schon deshalb nicht bekommen, da Arztpraxen üblicherweise an Wochenenden und Feiertagen gar nicht besetzt sind“, meint Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied des DHV.
Auszug aus Pressemitteilung des Dt. Hebammenverbandes vom 25. September 2015

Natürliche Geburten auf dem Rückgang!

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Ohne Not wird der ehrenwerteste Beruf der Welt dieser Tage lautlos zu Grabe getragen. Ein Aufschrei müsste durch das Land gehen, doch Politik und Medien schweigen. Wenn es nicht so unfassbar wäre, könnte man meine, dies sei gewollt. Sind natürliche Geburten etwa zum Störfaktor geworden, da sie die technisierte, entseelte Welt grundlegend in Frage stellen?

Heutzutage erfolgen nur rund 6 Prozent aller Geburten ohne medizinischen Eingriff. Die Zahl sagt nichts über die Natur von Geburt aus, vieles jedoch über den Umgang mit Gebärenden und die Geisteshaltung unserer Zeit. Zum Hochrisiko erklärt, werden Ängste geschürt, an denen sich verdienen lässt, und schwere Geburten in Kauf genommen werden. Technik, Sicherheit und Kontrolle beherrscht die Geburtshilfe. Natürliche Geburten lassen sich nicht planen, manipulieren, optimieren, und kollidieren daher mit dem System.
Rund ein Drittel der Babys in Deutschland werden per Kaiserschnitt geholt, wobei nur etwa 10 Prozent sein müsste. Jede fünfte Geburt wird eingeleitet und die Geburt für Mutter und Kind erschwert. Für Notfälle ein Segen, ist die moderne Medizin für die 90 Prozent der gesunden Gebärenden zum Problem geworden. Ein System, das auf dem Rücken von Schwangeren arbeitet und sie der elementarsten Erfahrung ihres Frauseins beraubt: das unvergleichliche, spirituelle Erleben einer natürlichen Geburt aus eigener Kraft. Von den nachweislich positiven Auswirkungen auf die Gesundheit beider ganz zu schweigen.
Ein Irrsinn: ausgerechnet die Krankenkassen, welche sich das gesundheitliche Wohlergehen auf die Fahne schreiben, erachten natürliche Geburten als verantwortungslos und für Mutter und Kind gefährlich. In Großbritannien denkt man so nicht mehr: dort wird seit diesem Jahr die Hausgeburt als Geburtsort erster Wahl empfohlen. Eine Nationale Gesundheitsstudie (NICE) belegt, dass für etwa die Hälfte aller Frauen mit einer unkomplizierten Schwangerschaft eine Hausgeburt – oder die Geburt in einem von Hebammen geleiteten Geburtshaus – „sicherer“ ist als die Geburt in einer Klinik. In Deutschland bald nicht mehr möglich, sterben die freien Hebammen aus.
Hebammen waren einst weise Frauen und die Hüterinnen weiblicher Erfahrungswelten. Von Kirche und professioneller Geburtshilfe Anfang des 19. Jahrhunderts bekämpft, trampelt nun eine übermächtige Versicherungsindustrie auf ihnen herum. Wenn mit ihnen das Jahrtausende alte Weisheitswissen von Frauen um kraftvolle, natürliche Geburten verloren geht, dann verliert die Gesellschaft ihre Wurzeln, den letzten ursprünglichen Zugang zur Natur und Schöpfungskraft. In der Unterdrückung der weiblichen Kraft spiegelt sich die Geringschätzung von Mutter Erde und eine immer tiefer werdenden Entfremdung von Mensch und Natur. Eine Kluft, die die Existenz der Welt bedroht.
Die Rettung: Kinder, die von und mit starken Frauen geboren werden, können sich selbst-bewusst entwickeln und werden in Zukunft fragen, was können wir für statt gegen etwas tun. Der Wandel in eine Zeit des Miteinanders und der Verbundenheit wäre damit eingeläutet. Ein Umdenken, das angesichts der allerorten sichtbaren entstellten, d.h. lebensverachtenden Ausformung der Welt, dringend notwendig wäre. Das aber käme der Umwälzung des Systems gleich und daher lässt man Hebammen lieber am ausgestreckten Arm verhungern. Das Weisheitswissen von Frauen ist noch immer eine Bedrohung für das System. Der Hebammenstreit ist ein Richtungsstreit, in welcher Welt wir leben wollen.

Schmerzfrei gebären durch Wehensingen

Schmerzfrei gebären – gibt es das eigentlich? Geburt und Schmerz haben kein von Natur aus determiniertes Verhältnis. Diese unheilvolle Verknüpfung wurde vielmehr von Menschen (Beispiele hier: Geburt als Strafe Gottes, Gebäranstalten des 19. Jahrhunderts) vorgenommen. Es gab einst eine Zeit, in der die Frauen ohne Schmerzen und Komplikationen gebären konnten. Respekt und Achtsamkeit gegenüber der Gebärenenden und der Beistand von Frauen spielte dabei eine wesentliche Rolle. Es war Frédérick Leboyer, der durch seine Bücher über eine „Geburt ohne Gewalt“ eine uralte Methode aus Indien wiederentdeckte, die es den Frauen ermöglicht, ihre Kinder beinahe schmerzfrei auf die Welt zu bringen – genauer gesagt, auf die Welt zu singen.

Bericht einer Geburt ohne Schmerzen

Eine Geburt muss nicht zwangsläufig schmerzhaft sein, wie Barbara Taylor eindrucksvoll schreibt:
„Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrungen weitergeben und mit dem folgenden Artikel aufzeigen, dass es auch anders geht. Dass man zu recht vom Wunder des Lebens und vom Wunder der Geburt sprechen kann, auch wenn man in unserer westlichen Welt erst ein bisschen nachhelfen muss, um dieses Wunder auch als etwas Wunderbares erfahren zu können. Ich selbst habe ab dem Tag, an dem meine erste Schwangerschaft diagnostiziert wurde, alles in Bewegung gesetzt, um mich einer schulmedizinisch überwachten und hochtechnisierten Schwangerschaft und Geburt zu entziehen. Ich habe mich auf die Suche nach der Weisheit der Frauen gemacht, die seit Jahrtausenden Kinder gebären, ohne medizinische Intervention, ohne technische Überwachung, ohne das Bewusstsein, wie „gefährlich und risikoreich“ Schwangerschaft und Geburt sind. Doch lesen Sie zunächst meine Geschichte, die Sie vielleicht inspiriert, selbst dem wohl größten Wunder der Welt alle Ehre zu erweisen.

Entscheidung für Hausgeburt

Von Anfang an war mir klar, dass ich nicht in einem Krankenhaus entbinden würde. Was ich bisher an Geburtsberichten von anderen Frauen gehört hatte, genügte, um in mir alle Kraft zu mobilisieren und in der kurzen Zeit einen anderen Weg zu finden. Wieder wurde ich von höheren Mächten geführt. Ich brachte in Erfahrung, dass es ganz in der Nähe ein Geburtshaus gab, das nur von Hebammen geleitet wurde. Ich stellte mich dort vor und wusste sofort, dass ich mein Kind hier bekommen würde. Die beiden Hebammen klärten mich darüber auf, dass jede Schwangere in Deutschland den Anspruch hat, während Schwangerschaft und Geburt ausschließlich von Hebammen begleitet zu werden. Die Kasse ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Kosten dafür zu übernehmen. (Anmerkung von FlowBirthing: Dies versuchen die Krankenkassen gerade zu kippen und Hausgeburten zur Privatleistung zu machen!).

Ganzheitliche und bewusst erlebte Schwangerschaft

Die Hebammen halfen mir mit liebevollen Gesprächen und Übungen dabei, eine Verbindung zu dem Kind in meinem Bauch herzustellen und ohne Angst der Geburt entgegen zu sehen. Sie unterstützten mich körperlich wie auch emotional durch Homöopathie, Akupunktur und Cranio-Sacral-Therapie. Mit diesen Methoden kann der Körper gut auf die Geburt vorbereitet werden: Anspannungen und Blockaden im Beckenbereich, die das richtige Einstellen des Kindes im Becken und auch die Geburt selbst erschweren können, werden damit sanft behoben. Ich erfuhr von traditionellen, einfachen Verfahren, wie z.B. der Damm-Massage, dem Heublumen-Dampfbad oder Teemischungen, die die Schwangere selbst zuhause durchführen kann, um den Muttermund sowie den Beckenboden weich und geschmeidig zu machen und somit die Geburt schon im Vorfeld positiv zu beeinflussen. Die Hebammen empfahlen mir, einen möglichst detaillierten, positiv formulierten Wunschzettel für die Geburt zu schreiben, also z.B. „Ich möchte kraftvolle Wehen erleben, die ich mit Leichtigkeit durch mich hindurch fließen lasse.“ , „Der Muttermund öffnet sich mit jeder Wehe.“ , „Ich erlebe jede Wehe mit Freude und Dankbarkeit“ oder „Das Baby und ich sind gesund und entspannt“. Darüber hinaus kann man auch den Ort der Entbindung, die Art der Entbindung sowie die Personen, die dabei sein sollen, mit aufführen.

Tönen nach Leboyer hilft ohne Schmerzen zu gebären

Dieser Wunschzettel ist eine äußerst wirkungsvolle Möglichkeit, den Weg zu einer selbstbestimmten, wunderbaren Geburtserfahrung zu bereiten. Die Schwangere nutzt aktiv die Kraft ihrer Gedanken und übernimmt damit die Verantwortung für sich und für ihr Geburtserlebnis, anstatt Ärzten, Gerätschaften und Klinikalltag den Verlauf der Geburt zu überlassen. Eine der Hebammen, Monika Wollenberg, erzählte mir schließlich bei einem Treffen vom Wehensingen, das zu einem Schlüsselerlebnis für mich werden sollte. Das Wehensingen hat der französische Frauenarzt Frédérick Leboyer aus Indien nach Europa gebracht. Die Vokale A, E, O, I, U werden entweder in dieser Reihenfolge oder individuell nach den Bedürfnissen der Gebärenden in einer bestimmten Melodie während der Wehen gesungen. Jedem Vokal kommt dabei eine Bedeutung und auch Funktion zu. Während des Geburtsvorbereitungskurses erlebte ich –angeleitet von Monika –zum ersten Mal die Wirkung des Wehensingens. Nach diesem Abend war ich voller Energie, Freude, Zuversicht, Kraft und Dankbarkeit über das, was ich da eben erfahren hatte und das, was ich in naher Zukunft zum ersten Mal erleben durfte: die Geburt meines Kindes.

Wassergeburt zu Hause

Pünktlich zum errechneten Termin Ende August war es schließlich soweit: kurz nach Mitternacht setzten die Wehen ein. Dank der liebevollen Vorbereitung durch die Hebammen war ich von Freude, Glück und innerer Ruhe erfüllt. Ich nahm nach Rücksprache mit einer Hebamme noch ein nächtliches Bad, drei Stunden nach Wehenbeginn brachte mein Mann mich zum Geburtshaus. Dort wurde ich von den Hebammen in Empfang genommen und kurz untersucht. Ich durfte sogleich in die Geburtswanne steigen, denn ich hatte mich für eine Wassergeburt entschieden. Im Gegensatz zu einer Geburt in einer Klinik waren keinerlei Geräte an meinen Körper angeschlossen, auch auf den meist als sehr störend empfundenen Venenzugang konnte verzichtet werden.

War das schon alles?

Der Raum war warm, abgedunkelt, Kerzen brannten, eine sanfte Musik lief im Hintergrund. Die Hebamme Monika Wollenberg begann, mit mir den Vokal A zu singen. Während der Wehen spürte ich, dass die Melodie in ihrer Tonfolge genau dem Ablauf einer Wehe glich. Ich sang immer lauter, je kräftiger die Wehen wurden. Dadurch empfand ich keinen Schmerz, sondern eine unvorstellbare Kraft, die mit jeder Wehe erneut durch meinen Körper flutete. Ich fühlte mich getragen, von Engeln umgeben und wie auf Wolken schwebend. Mein Mann wie auch die beiden Hebammen stimmten bei jeder Wehe in den Gesang mit ein. Als sich die Geburt dem Ende näherte, empfahl mir Monika, nun mit einem U, das den Fluss, den Genuss, das Geschehenlassen förderte, das Kind zu entlassen. Mit meinem kraftvollen Gesang, der nun die Qualität der Wehen veränderte, wurde in einer einzigen Wehe, nur vier Stunden nach Wehenbeginn, meine Tochter sanft in das warme Wasser hinein geboren. Sie wurde mir gleich auf den Bauch gelegt und mit einem angewärmten dunkelroten Handtuch, das sie an die Umgebung im Mutterleib erinnern sollte, zugedeckt. Da lag nun mein Kind, das es nach Meinung der Ärzte gar nicht geben durfte! Auf die Frage einer Hebamme, wie ich mich nun fühlte, antwortete ich ganz erstaunt: „War das schon alles?“ Ich hatte mir aufgrund von Erzählungen anderer Mütter in meinen Gedanken die Geburt anstrengender, schmerzvoller und vor allem auch länger vorgestellt.“

Erfahrungsbericht von Barbara Taylor
Entnommen aus Artikel veröffentlicht unter http://www.zeitenschrift.com/artikel/wehensingen-schmerzfrei-gebaeren-gibt-es-das#.VWoTsbntmko

Mehr Hausgeburten in Großbritannien?

Zum Internationalen Hebammentag bietet sich ein Blick über die Grenzen an. Während die Krankenkassen in Deutschland Hausgeburten ohne nachvollziehbaren Grund am liebsten nur noch als Privatleistung sehen würden, könnte Großbritannien nach den Niederlanden bald das zweite europäische Land werden, das Hausgeburten zur Regel erhebt. In Großbritannien zeichnet sich ein Umdenken zu mehr Hausgeburten ab und zwar zum Wohle der Frauen. Ob es in Deutschland soweit kommen wird, hängt auch davon ab, ob die in ihrer Existenz bedrohten (freien) Hebammen die nächsten Wochen bis Juli 2015 überstehen.

Hausgeburt zur Regel

Großbritannien könnte nach den Niederlanden das zweite hochentwickelte Land in Europa werden, das Hausgeburten zur Regel erhebt. Dies sieht jedenfalls die neueste Leitlinie des National Institute for Health and Care Excellence (NICE) vor, das Empfehlungen für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) herausgibt (http://pathways.nice.org.uk/pathways/intrapartum-care). NICE stellt in der Leitlinie fest, dass für etwa die Hälfte aller Frauen mit einer unkomplizierten Schwangerschaft eine Hausgeburt – oder die Geburt in einem von Hebammen geleiteten Geburtshaus – „sicherer“ ist als die Geburt in einer Klinik.

Entbindung zu Hause die erste Wahl

Für NICE ist die Hausgeburt die Entbindung der ersten Wahl, weil die Rate der geburts­hilflichen Interventionen (von Regionalanästhesie über Episiotomie und assistiere Geburt mit Zange oder Saugglocke bis zum Kaiserschnitt) geringer ist, ohne dass sich die Komplikationsrate erhöht. NICE verweist hier auf einschlägige Untersuchungen, die bei einer unkomplizierten Schwangerschaft nur bei Erstgebärenden ein leicht erhöhtes Risiko von schweren Komplikationen ergeben haben.
Die Empfehlung impliziert auch, dass die Hausgeburt für den NHS und damit letztlich für den Steuerzahler die kostengünstigere Lösung ist (auch wenn dieser Punkt nicht in den Vordergrund gestellt wird).

Entscheidung liegt bei den Gebärenden

Vor zwei Jahrzehnten hätte diese Empfehlung in England wie überall (außer in den Niederlanden) eine Rebellion unter den FrauenärztInnen ausgelöst. Doch die Zeiten haben sich geändert. Das Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG) begrüßte in einer Stellungnahme die Leitlinie. Der Berufsverband der britischen GynäkologInnen fand zwar, dass man die Entscheidung im Einzelfall den Frauen überlassen sollte, und riet bei Erstgebärenden von einer Hausgeburt ab.

Hausgeburten mit weniger Komplikationen

In den Niederlanden entscheiden sich zwei von drei Schwangeren mit niedrigem Risiko für eine Hausgeburt, ohne dass die Zahl der Geburtskomplikationen höher wäre als in anderen Ländern. Nach einer im letzten Jahr im Britischen Ärzteblatt veröffentlichten Kohortenstudie war das Komplikationsrisiko bei Low-risk-Schwangerschaften sogar niedriger als bei einer geplanten Geburt in der Klinik.

(Aerzteblatt.de, 4.12.2014/DHZ)