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Hochsensibilität bei der natürlichen Geburt

Flowbirthing Blog Hochsensibilität

Während der Geburt wird jede Gebärende eine hochsensiblen Frau und das ist sinnvoll. Durch die körperliche Öffnung kommt sie in einen Zustand der gesteigerten Wahrnehmungssensibilität. Das macht sie besonders dünnhäutig für Zwischentöne im Kreißsaal.

Förderung der natürlichen Geburt

Für die GeburtsbegleiterInnen bedeutet dies eine erhöhte Sensibilität für die eigenen Gefühle, für die Kommunikation und den Umgang mit den Gebärenden, um Frauen unbewusst nicht in ihrer Kraft zu beschneiden, sondern fördern zu können.

Frauen sind heutzutage vermehrt ängstlich, ohne Körperbewusstsein und Vertrauen in die natürlichen Prozesse. Um in ihre Kraft zu kommen, sind sie immer mehr den je auf die „Kraftspritze“ durch die sie betreuenden Personen angewiesen.

Gewalterfahrung unter der Geburt

Zunehmend sprechen Frauen über Gewalterfahrungen unter der Geburt, die durch die Diskrepanz zwischen professioneller Herangehensweise und den besonderen Empfindsamkeit von Gebärenden zustande kommen können ohne dass dies den GeburtshelferInnen bewusst oder gar willentlich provoziert worden wäre.

Störfaktoren der Geburt

Aufgrund der gesteigerten Wahrnehmungsfähigkeit von Gebärenden nimmt die Frau im Kreißsaal die Atmosphäre besonders intensiv wahr. Sie hört förmlich das Gras wachsen. Zwischentöne, auch wenn diese sich gar nicht auf die Gebärende beziehen, können sich als Störfaktoren mittelbar auf den Fortgang der Geburt auswirken. Diese sind:

  • Hektik
  • Arbeitsbelastung: Zeit- und Verantwortungsdruck
  • negative Gedanken und Gefühle der GeburtshelferInnen: Angst und Überforderung
  • Streitigkeiten hinter den Kulissen: Kompetenzgerangel

Nocebo-Effekt

Bewusstheit über die tieferen Wirkweisen und eine klare Kommunikation und Gedankenhygiene auf Seiten der Geburtshelfer ist für eine natürliche Geburt aus eigener Kraft entscheidend. Positive wie negative Gedanken oder Gefühle werden von der Gebärenden wirken sich durch die geöffnete wahrnehmen besonders stark aus – im Guten wie im Schlechten. Der Nocebo-Effekt – ein negativer Gedanke, der sich negativ auf den tatsächlichen Verlauf auswirkt – ist bei Geburten daher besonders zu beachten.

Gehen Sie daher so positiv und vertrauensvoll wie möglich durch ihre Schwangerschaft und in die Geburt.

Kreißsaalschließungen und die Auswirkungen

Allein in den vergangenen vier Wochen haben drei weitere Geburtshilfekliniken geschlossen. Seit 1991 sind 40 Prozent der Kreißsäle in Deutschland geschlossen worden. Der Dt. Hebammenverband schlägt Alarm. Die Sparpolitik geht auf Kosten von Müttern und Kindern und Hebammen.
Folgen der Kreißsaalschließungen:
  • Gebärende müssen immer weitere Weg auf sich nehmen. Das bedeutet Stress für Mutter und Kind.
  • Überfüllte Kreißsäle – immer mehr Frauen entbinden in großen Geburtszentren mit überfüllten Kreißsälen
  • Immer weniger Hebammen betreuen durchschnittlich 3-4 Gebärende gleichzeitig
  • Arbeitsbelastung auf Hebammen in Klinik nimmt zu – freiberufliche Hebammen in finanzieller Not wegen steigender Haftpflichtprämien

Situation der Geburtshilfe in Deutschland verschlechtert sich

Die Geburtshilfe in Deutschland ist auf dem absteigenden Ast. Ziel ist eine sichere und bedürfnisorientierte Geburtshilfe. Das bedeutet, sie muss nah am Wohnort sein und jede Frau muss von einer Hebamme begleitet werden. Davon sind wir derzeit weit entfernt.

Aktion des Hebammenverbandes

Auf seiner Website sammelt er alle aktuellen Schließungen von geburtshilflichen Abteilungen in Deutschland.
Der Hebammenverband sammelt auf der Webseite derzeit alle aktuellen Schließungen von geburtshilflichen Abteilungen in Deutschland.

Höhere Haftpflichtprämien für Hebammen

Ab dem 1. Juli 2016 müssen freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen in Deutschland eine weitere Erhöhung der Haftpflichtprämien tragen. Die Gruppenhaftpflichtversicherung des Deutschen Hebammenverbands e.V. (DHV) steigt von derzeit 6.274 Euro auf 6.843 Euro an. Die betroffenen rund 2.600 freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen begleiten 21% aller Geburten in Deutschland – in Kliniken, in Geburtshäusern und zu Hause.

Hebammen in Not

Trotz des sogenannten Sicherstellungszuschlags der gesetzlichen Krankenkassen müssen Hebammen ab Juli mindestens 1.954 Euro der Haftpflichtprämie selbst bezahlen. Zudem erhält nur ein Teil der betroffenen Hebammen diesen Zuschlag. Er ist damit kein echter Ausgleich und bietet, da er rückwirkend auf Antrag ausgezahlt wird, keine Planungssicherheit für Hebammen. Zusätzlich zahlen die privaten Krankenkassen derzeit keinen Ausgleich für die Haftpflichtkosten.

Hebammen vor dem beruflichem Aus

Ende April hatten rund 1.500 Hebammen den Sicherstellungszuschlag beim GKV-Spitzenverband beantragt. Das bedeutet, dass zehn Monate nach Inkrafttreten des Zuschlags ein Großteil der betroffenen 2.600 Hebammen immer noch keinen Ausgleich bekommen hat. Die Vergütung der Hebammen ist gleichzeitig mit dem Einsetzen des Sicherstellungszuschlags verringert worden, so dass Hebammen die Haftpflichtkosten auch hiermit nicht mehr ausgleichen können. Der Deutsche Hebammenverband klagt aktuell vor dem Berliner Sozialgericht gegen die Regelungen. Der Hebammenverband fordert eine echte Lösung der Haftpflichtproblematik, beispielsweise durch einen Haftungsfonds.

Haftpflichtproblematik führt zu Hebammenmangel

Seit Jahren steigen Hebammen aufgrund der Haftpflichtproblematik aus der freiberuflichen Geburtshilfe aus oder geben ihren Beruf sogar auf. Ein Mangel an Hebammenhilfe zeigt sich mittlerweile bei Geburten, bei der Schwangerenvorsorge und der Wochenbettbetreuung. Nicht mehr jede Frau findet eine Hebamme für eine außerklinische Geburt oder eine Wochenbettbetreuung. Doch auch in den Kliniken zeigt sich der Rückgang: In den vergangenen Monaten mussten immer wieder Kliniken ihre Kreißsaaltüren schließen, weil sie keine freiberuflichen sogenannten Beleghebammen mehr finden konnten – beispielsweise aktuell in Niebüll und Schmalkalden.

Weitere Informationen zur Situation der Hebammen in Deutschland auf der Seite des Deutschen Hebammenverbandes.

Warum gibt es weniger natürliche Geburten?

FlowBirthing informiert über natürliche Geburten aus eigener Kraft. Es gilt: ohne Anbindung an die weibliche Kraft, die bei der Geburt den Körper durchströmt, ist Geburt auf natürlichem Weg nicht möglich. Doch die Zahl der natürlichen Geburten ist rückläufig. Liegt das an den Gebärenden oder welche Gründe stecken hinter der Entwicklung?
Über die Geburt gibt es viele moderne Mythen. Diese verschleiern oftmals die Gründe, warum immer mehr Kinder nicht mehr auf natürlichem Weg geboren werden. Nur noch 7 Prozent aller Kinder werden natürlich, d.h. ohne medizinische Manipulation von außen geboren. Die Kaiserschnittrate steigt rasant.

Fünf Gründe, warum es immer weniger natürliche Geburten gibt:

1. Geburtshilfe wurde zur Geburtsmedizin

Geburten sind heute durch den Einsatz hochtechnisierter Instrumente gekennzeichnet. Was im Bedarfsfall ein Segen für die Gebärende ist, erweist sich für die gesunde Gebärende als Belastung. Sie erschweren die notwendige Freiheit und entbinden Frauen von Ihrer Kraft bis hin zum Verlust der Selbstverantwortung für den Geburtsprozess.

2. Hebammenmangel im Kreißsaal

Es schwindet nicht nur die Zahl der freien Hebammen aufgrund der Versicherungsproblematik, sondern es fehlen auch im Kreißsaal immer mehr Hebammen. Dies arbeiten an der Belastungsgrenze und müssen häufig mehrere Gebärende gleichzeitig betreuen. Für sichere Geburten notwendige 1:1 Betreuung durch eine vertraute Hebamme kann momentan nur geträumt werden.

3. Ohne Hebamme in der Schwangerschaft

Kaum eine Schwangere ist darüber aufgeklärt, dass sie die Vorsorge auch bei einer Hebamme machen kann. Idealer Weise arbeiten Hebamme und Frauenarzt Hand in Hand. Die ärztliche Vorsorge allein ist meist nicht ausreichend, da die Schwangere mit ihren Fragen, Ängsten, Problemen nicht genügend Raum erhält. Der Kontakt zu einer Hebamme, Doula, GeburtsCoach bereits in der Schwangerschaft für den späteren Geburtsverlauf meist mit entscheidend.

4. Geburt als Hochrisiko-Geschäft

Mit Angst lässt sich Geld verdienen. Statt die Schwangerschaft zu nutzen, um Schwangere zu stärken in ihrem Körpergefühl und ihr Vertrauen in die eigene Gebärfähigkeit wachsen zu lassen, werden Ängste durch fragwürdige Untersuchungen geschürt. Die Angst, die es für eine sichere Geburt zu überwinden gilt durch eine positive innere Ausrichtung, wird den Frauen meist nicht in angemessener Weise genommen.

5. Unwissenheit über komplexe Zusammenhänge

Wenn nur noch 7 Prozent der Geburten ganz natürlich ablaufen, dann schwindet das Wissen um die komplexen Zusammenhänge über eine Geburt immer mehr. Die physiologische Geburt ist für viele Ärzte ein mit Angst besetzter Prozess, den sie gerne kontrollieren würden durch vermeintlich sichere Eingriffe, die die Geburt nicht selten stören.

Wer trägt die Schuld?

Diese Frage führt zu nichts. Weiter bringt uns die Frage, warum wir an einem System festhalten, dass für Frauen und Kinder immer öfter negative Auswirkungen hat und unter dem auch immer mehr Hebammen und Ärzte leiden, da sie das System unter Druck setzt.

Eines halten wir fest: die Gebärenden tragen an den Entwicklungen keine Schuld, auch wenn dies immer wieder unterstellt wird. Dazu ist ein aktueller TAZ-Artikel „AUS EIGENER KRAFT GEBÄREN – Mama ist nicht schuld“ erschienen, den wir auf der FlowBirthing Facebook-Seite geteilt haben.

Geduld gefragt bei der Geburt

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Das Wort Geduld (auch altertümlich: Langmut) bezeichnet die Fähigkeit zu warten“ – so Wikipedia.
Oder wie es der englische Dramatiker William Somerset Maugham (1874-1965) ganz treffend beschrieben hat: „Der Mensch hat das Warten verlernt, darin liegt das Grundübel unserer Zeit.
Das ist leider heute auch noch so. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit. Wo man nur hinsieht, viel zu schnell muss alles gehen. Dieses nicht warten oder nicht abwarten können ist sehr stark in der heutigen Geburtshilfe zu spüren. Ein Plädoyer für mehr Geduld:

Überlastete Kreißsäle

Die Kreißsäle sind voll, Hebammen und Ärzte oft überlastet. Da liegt es doch ganz nahe, das schnell einmal zum Wehenmittel gegriffen wird oder ein Dammschnitt gemacht wird. Noch besser, lieber gleich einen Kaiserschnitt machen, dann geht es noch flotter und planbarer ist er auch.

Frühzeitige Eingriffe in den Geburtsverlauf

Wenn während einer Geburt Komplikationen auftreten, keine Frage, dann bin ich sehr froh darüber, dass wir heute gut versorgt sind. Doch auf Grund meiner Eindrücke und Erlebnisse als Hebamme, habe ich leider allzu oft gesehen, dass Komplikationen eingetreten sind, weil eben nicht abgewartet wurde. Dieser Eingriff in den natürlichen Geburtsverlauf kann schwerwiegende Auswirkungen haben.

Geduld als zentrales Element einer natürlichen Geburt

Ich bekomme immer wieder Geburtsgeschichten erzählt und es macht mich wirklich sehr traurig, was ich alles höre. Die hohe Kaiserschnittrate, die wir in Österreich und Deutschland haben (über 30%), lässt keine Zweifel, dass irgendetwas falsch läuft. Für mich als Hebamme ist Geduld etwas sehr wichtiges.

Kind erwarten können

Ich denke, dass alles seine Zeit braucht und nicht so schnell gehen kann (soll), wie wir es gerne wollen, besonders wenn ein Kind erwartet wird. Geburten können so unterschiedlich sein, wie wir Menschen sind. Einige dauern sehr lange, andere wieder sind besonders schnell. Wenn es dann einmal länger dauern sollte, dann sind Geduld und Zuversicht von großer Bedeutung. Verläuft alles normal, ist es OK, wenn es einmal länger dauert.

Warten ist oft das Beste bei einer Geburt

Als Beispiel: bei einer längeren Geburt ist es ganz normal, dass die Wehen auch mal wieder weniger werden, das ist ganz wichtig, damit sich der Körper der Frau wieder Kraft holen kann, um dann wieder kräftigere Wehen zu erzeugen. Meine Erfahrung hat hier gezeigt, dass Warten und eben mal gar nichts tun das Beste ist. Mir ist sehr wichtig darüber zu schreiben, dass es von großer Bedeutung für einen guten Geburtsverlauf ist, sich schon in der Schwangerschaft mit seinem Körper gut auseinander zu setzten und zu vertrauen, dass dein Körper das Richtige tun wird.

Rezept also für eine gelingende Geburt ist:

  • Auseinandersetzen mit dem eigenen Körper in der Schwangerschaft
  • Beziehungsaufbau zum Kind
  • positive Einstellung zur Geburt
  • Personen bei der Geburt, die daran glauben, das eine natürliche Geburt möglich ist
  • eine Hebamme, die an die natürliche Geburt glaubt
  • ein Ort, an dem ich mich wohl fühle
  • GEDULD

Allen Frauen die bald ihr Baby erwarten, möchte ich sagen:Vertraut darauf das euer Körper alles richtig macht, und im richtigen Tempo!

Ich wünsche euch noch eine schöne Weihnachtszeit!
Patricia Schmidmeier

Hausgeburtshebamme
Beitrag gelesen im aktuellen Adventskalender-Blog von Nina Winner, Netzwerkpartnerin von FlowBirthing
http://geburt-und-mama-sein.com/blog/