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Schlagwort: Unterstützung

Wie lerne ich, Hilfe anzunehmen?

Hilfe und Unterstützung in der Schwangerschaft annehmen

Wenn es etwas gibt, was die meisten Menschen lernen müssen, dann ist dies, Hilfe anzunehmen. Gerade in der Schwangerschaft kann dies zur Herausforderung werden, da du jetzt hin und wieder auch erkennen wirst, dass du nicht mehr alles wie gewohnt alleine schaffst. Die meisten Frauen finden es schrecklich, auf Hilfe angewiesen zu sein. Warum ist das so?

Fünf Gründe, warum das Annehmen von Hilfe so schwer fällt:

  1. Wir stehen selbstbewusst im Leben und haben für unsere Unabhängigkeit gekämpft. Vielfach hängt unser Selbstwert am Tun, wenn wir z.B. gewohnt waren, uns über Leistung zu definieren.
  2. Die hilfsbedürftige Situation ist neu für uns. Wir waren bisher nur gewohnt, Hilfe anzubieten. Jetzt selbst um Hilfe zu bitten, fühlt sich unangenehm an.
  3. Hilfe annehmen ist in unserer Vorstellung verknüpft mit negativen Glaubenssätzen und Wertungen wie: „So weit ist es gekommen. Ich schaffe es nicht mehr alleine. Mit mir stimmt etwas nicht.“ Starke Frauen brauchen keine Hilfe.
  4. Wer alleine alles tut, der hat auch alles unter Kontrolle. Hilfe annehmen kann die Angst vor Abhängigkeit oder Nähe ankurbeln. Wir befürchten das dicke Ende am Schluss.
  5. Häufig stellt es sich auf den ersten Blick so dar, als ob es für das Selbsttun keine Alternative gibt. Keine Eltern in der Nähe, der Partner lehnt die Schwangerschaft ab oder die Freunde haben noch keine Kinder, sodass wir den Eindruck haben, wir hätten keine Wahl.

Bedürfnis nach Unterstützung in der Schwangerschaft
Dabei fühlen viele Frauen in der Schwangerschaft das Bedürfnis nach Umsorgt- und Versorgtsein. Sich „bemuttern“ zu lassen, ist eine wundervolle Einstimmung auf das Muttersein. Und noch etwas solltest du wissen: Wir können nur gut zu uns selbst sein, wenn wir auch anderen erlauben, uns beizustehen.

Zeit zu geben und zu nehmen
Jetzt ist die Zeit, in der du gefordert bist, alles zu geben, was du hast – körperlich, geistig, seelisch, damit dein Kind sich gut entwickeln kann. Du bringst dein Innerstes nach außen. Für diese großartige Aufgabe hast du es mehr als verdient, so viel Liebe, Aufmerksamkeit und eben auch Hilfe zu sammeln, wie es möglich ist. Lass Hilfe geschehen!

Der Vater als liebender Partner

Zum morgigen Vatertag an dieser Stelle ein paar Gedanken zur Rolle des Mannes während Schwangerschaft und Geburt. Bei allem Fokus auf die Mutter ist es natürlich ebenso bedeutungsvoll, dass sich auch der werdende Vater auf seine neue Rolle einlässt und sich ebenfalls bewusst mit der Thematik beschäftigt. Lesen Sie wie Väter bewusst durch die Geburt kommen:

Hohe Kunst des aktiven Nichtstuns

Es ist die hohe Kunst des aktiven Nichtstuns, die werdende Väter erlernen müssen, wenn sie ihre Frau wirklich unterstützen möchten. Sein Bedürfnis nach Sicherheit und seine eigenen Ängste muss er zurückstellen lernen, zugunsten der Entwicklung eines Urvertrauens, das für seine Partnerin und den Geburtsverlauf so essentiell ist.

Demut vor dem Geburtsgeschehen

So wie die Gebärende bereit werden muss, sich den Wellen und Dynamik der Geburt hinzugeben, so muss der Partner lernen, sich den Bedürfnissen der Frau unterzuordnen. Geburt war jahrhundertelang reine Frauensache. Wenn sich dies nun geändert hat, dann zum Wohle aller und nicht aus falschem Erwartungsdruck – auf beiden Seiten. Offen miteinander im Vorfeld sprechen und gemeinsam meditieren und Entspannungsübungen machen, hilft Unsicherheiten auf beiden Seiten abzubauen.

Behüter der Geburt und Bewunderer der gebärenden Frau

Es ist ein großer Gewinn für jedes Paar, wenn der Vater bei der Geburt anwesend sein kann und sich als Beschützer und Hüter der Geburtssituation begreift. Er kann nicht wirklich etwas tun und doch kann das Erleben der Frau umso intensiver und schöner werden, wenn sich der Mann als liebender Partner versteht und seine Liebe und Wertschätzung emotional wie auch körperlich durch Küsse und Streicheleinheiten – so gewünscht, zum Ausdruck bringt. „Du bist die Göttin“, dieser Satz gilt uneingeschränkt für die Monate der Schwangerschaft und erst recht für die Stunden der Geburt. Ein liebender Partner kann seiner Frau keinen größeren Gefallen tun, als der werdenden Mutter in diese Selbstwahrnehmung zu helfen.

Mitfühlen statt Mitleiden

Hat auch der Partner verinnerlicht, dass es sich bei der Geburt nicht um einen medizinisch-technischen Hochrisikovorgang, sondern um einen magischen Moment handelt, in dem du als Frau in deine Kraft kommst, dann wird er zum wertvollen Geburtsbegleiter. Eingeweiht ist das Geheimnis der Geburt wird er nicht mehr mit dir mitleiden, sondern mit dir mitfühlen. Seine Liebe, die er fließen lassen kann, trägt damit wesentlich zur Öffnung deines Muttermundes bei.

Einheit von Vater-Mutter-Kind

Ein Mann, der seine Frau bei der Geburt in ihrer urgewaltigen Weiblichkeit erleben durfte, dem wird sicherlich auch ein neuer Blick auf seine Männlichkeit und sein Leben möglich. Ganz sicher besitzt das gemeinsame Erleben einer freudvollen Geburt die Kraft, Herzen zu öffnen und stärkt die Einheit von Vater-Mutter-Kind von Grund auf.