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Schlagwort: Kraft

Entdecke die Kraftquelle in dir

Sabine Hochmuth

Immer wieder lesen wir von den „urweiblichen Kräften“, die im Inneren jeder Frau schlummern, die entdeckt und für eine gute, natürliche Geburt genutzt werden wollen. Klingt gut! Doch wo und wie finden wir diesen Schatz? Auf jeden Fall in unserem Inneren – da sind sich alle AutorInnen einig.

Wenn frau jedoch ihre Aufmerksamkeit in ihren inneren Raum lenkt, findet sie meist erst einmal Unsicherheit, vielleicht sogar Angst vor der Geburt. Und vielleicht bekommt sie auch ein wenig kalte Füße bei dem Gedanken an die Zeit nach der Geburt. Da tauchen Fragen auf wie: Bin ich dem allen gewachsen? Kann ich allen Anforderungen gerecht werden?

Ich halte das für völlig normal, denn die Geburt stellt ein außergewöhnliches und lebensveränderndes Ereignis dar. Da darf frau schon mal weiche Knie bekommen. Angst ist nicht prinzipiell schlecht und (gesunder) Respekt vor Geburt und Muttersein sicher angebracht und sinnvoll. Kontraproduktiv wird es dann, wenn Sorge und Unruhe die Gedanken bestimmen, sich lähmend oder schwächend auf unser Selbstvertrauen auswirken. Denn übermäßige Ängste, Überforderungsgefühle oder bisher unbewusste, vielleicht familiär bedingte Denk- und Verhaltensmuster können dazu führen, dass frau sich ohnmächtig fühlt, sich verkrampft, erschöpft oder gar verzweifelt.

Die gute Nachricht lautet: Wo das eine ist, ist das andere nicht weit. Sprich: Wo Angst ist, findet sich auch das Gegenteil – Vertrauen. In unserer polaren Welt gibt es das eine nicht ohne das andere: Helligkeit können wir nur deshalb als solche benennen, weil wir wissen, was die Dunkelheit ist. Vereinfacht formuliert geht es um eine Entscheidung: Worauf richte ich meine Aufmerksamkeit? Fokussiere ich mein Denken auf die Angst oder auf das Vertrauen?

Hilfreich ist es, wenn frau die Ursachen und den Sinn hinter ihren Unsicherheiten und Befürchtungen erkennt und versteht, dann lassen sich diese auch überwinden. Oft braucht es dazu allerdings erstmal eine Sicht von Außen, weil wir selbst vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. Diesen Perspektivwechsel vollziehe ich mit den Schwangeren mittels meinen Reiki-Coachings. Durch die speziell auf die Lebenssituation abgestimmten Einzelsettings kehrt eine positive, freie Denk- und Herangehensweise, das Vertrauen in sich, in das natürliche innere Wissen und ins eigene Bauchgefühl zurück. Mit diesem psychischen und physischen Gleichgewicht und in guter Verbindung mit sich und ihrem Kind können die Frauen schließlich voller Kraft, Selbstvertrauen und Gelassenheit den neuen Lebensabschnitt gestalten.

Sabine Hochmuth, Ethnologin, Pädagogin, Reiki-Meisterin, – Coach und -Lehrerin
www.reiki-und geburt.de
www.lust-zu-leben.de

Weibliche Schöpfungskraft

Andrea Dechant

Pfingsten, mit diesem christlichen Fest ist das Symbol der Taube verknüpft. Kaum jemand weiß heute noch, dass die Taube bereits das Attribut der alten Muttergöttinnen war. Wer dieser Spur nachgeht, kommt auf eine Bedeutung von Pfingsten, die nur wenigen bewusst ist: Pfingsten ist die Feier der weiblichen Schöpfungskraft mit ihrem ganzen Ideenreichtum, der Weisheit, die von Beginn an da war.

In nahezu allen Mythen, Religionen und Kulten wird der Schöpfungsakt, dieses Ur-Gebären entweder einer weiblichen Gottheit oder dem Zusammenwirken von einer weiblichen und einer männlichen Gottheit zugeschrieben. Auch unter dem uns bekannten „Heiligen Geist“ verstand man seit jeher eine göttliche Kraft mit eindeutig weiblichen Zügen. Personifiziert und verehrt als Sophia, die große Muttergöttin des Juden- und Christentums, welche der Welt das Licht brachte und von Ewigkeit her eingesetzt war.

In einer wenig beachteten hebräischen Bibelstelle (AT, Tanach, Sprüche 8,22-31) ist eine interessante Darstellung der Schöpfung zu lesen: „Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.“ Wer spricht hier? Ein Wesen, das auch immer wieder als „Frau Weisheit“ bezeichnet wird.

Sophia, die Frau Weisheit ist die Urkraft, der ganze kosmische Ideenreichtum. Sie manifestierte sich aus dem Absoluten, dem Urklang und ist als dynamische Energie während des gesamten Schöpfungsaktes die treibende, die weise, die kreative Kraft. Vielleicht hüpfte sie fröhlich von Einfall zu Einfall: Warum nicht einen anmutig gekurvten Raum? Sie klatscht in die Hände: Warum nicht Myriaden pfiffiger Moleküle? Sie summt ihr Lied: Warum nicht schleierwehende Wirbel, Gase? Oder Materie, schwebend, fliegend, rotierend? Sie lächelt und träumt: Meere, Berge, Gräser, Kräuter, Bäume, Wesen, die krabbeln, fliegen, schwimmen – das wäre doch hübsch. Alles ist möglich in diesem Urzustand. Sophia tanzt – leicht wie die Zeit – ihren kosmischen Tanz. Ihre Melodie ist der wildeUrknall, dem Wirbel, Bewegungen, Töne entsprangen, Räume, Zukünfte, erste Vergangenheiten. Sie erstreckt sich über das sich freudig ausdehnende All.

Man stelle sich also vor: Gott in Geselligkeit, Gott mit Sophia, jener Göttin, die die Weisheit repräsentiert, noch ehe alles begann. Zwei, die höchst spielerisch miteinander umgingen und die sich in ihrer lustvollen Schaffenskraft gegenseitig beflügeln. Er macht, sie liefert die Ideen und die Kraft. Was für ein anderes Bild der biblischen Schöpfungsgeschichte. Was für eine Lebensfreude, die daraus spricht.

Andrea Dechant
www.artedea.net

Über die Kraft der Frau

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Gebären ist Frauensache. Es ist die Arbeit der Frau. Damit ist nicht gemeint, dass Frauen keine anderen Tätigkeiten sinnvollerweise verrichten sollen. Nein, das wäre ja Quatsch. Es geht darum, sich zu vergegenwärtigen, dass ein neuer Mensch eben nur durch den weiblichen Körper geboren werden kann. Es ist uns Frauen überlassen, ob wir dies nun als Belastung, Behinderung oder Ungerechtigkeit bewerten wollen oder darin nicht vielmehr eine Auszeichnung der Natur erkennen.

Unter dem ersten Blickwinkel, einem durch die Jahrhunderte zumeist männlich geprägten Blick von außen auf die Geburt, ist es nur allzu verständlich, dass sich emanzipierte Frauen, d.h. Frauen, die eigene Entscheidungen treffen, den Strapazen der Geburt heute nicht mehr aussetzen wollen. Immer mehr Frauen bleiben kinderfrei oder wollen sich möglichst wenig mit dem vermeintlich unerfreulichen Thema Geburt beschäftigen. Oder aber sie suchen ihr Heil im Wunder der medizinischen Technik, um von ihrem Schicksal erlöst zu werden.

Doch warum nur soll der Start ins Leben so schrecklich für uns Frauen sein? Ich glaube fest daran, dass jede Frau, wenn sie ihre Ängste und Unsicherheiten für einen Moment zur Seite schiebt, in sich spürt, welch wunderbarer Moment eine Geburt doch eigentlich ist. Warum nur passen Denken und Fühlen in puncto Geburt nicht richtig zusammen? Würde sich etwas für das eigene Erleben ändern, wenn Frauen die Fähigkeit zu gebären wieder als Auszeichnung und als Geschenk begreifen? Würde sich Geburt dann immer noch als „Bestrafung“ oder „zu ertragendes Leid“ darstellen? Nein. Weiblichkeit und Geburt würden zu einer herausragenden, einmaligen Erfahrung.

Unter einem weiblich-inwendigen Blickwinkel auf Geburt eröffnen sich neue Räume, Geburt für sich als Frau positiv zu erschließen. Geburt ist dann die Chance im Leben, eins zu werden mit der universellen Lebenskraft und durch das unmittelbare Erleben der eigenen Kraft Bewusstheit und Ausrichtung für das Leben als Mutter und Frau zu finden. Geburt im Zentrum der Kraft aus sich selbst heraus ist eine hochspirituelle Erfahrung, wie sie eben nur Frauen machen können. Dies ist ein großer Schatz, den jede Schwangere für sich wiederentdecken und heben kann. Geburt wird zum Fest des Lebens – und du zur Göttin!

Hol dir dieses Geheimnis des Lebens und dein kraftvolles Wesen als Frau wieder zurück und mach dich auf den Weg einer bewussten Schwangerschaft und Geburt im Vertrauen auf die weibliche Urkraft!

Kristina Marita Rumpel