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Tanzen während der Geburt – Kreißsaalvideo begeistert

Goettin Olokukurtilisop artedea

Aktuell begeistert ein Video aus dem Kreißsaal das Netz: Eine Gebärende und ihre Hebamme tanzen zu Shakira und schwingen dabei ordentlich die Hüften. Das Video hat es sogar ins Fernsehen zu Punkt 12 geschafft. Hoffentlich auch bald in die Herzen der Schwangeren, um dort die Angst zu vertreiben und Vorfreude auf die Geburt wachsen zu lassen. Denn was uns exotisch und besonders anmuten mag, war einst die Regel: Tanzen und Singen/Tönen ist ein uralter Weg, die Kinder auf die Welt zu bringen. Zeit wird es, dieses Bild der Freude wieder in unsere Köpfe zu bringen – nicht die schreiende, sich quälende Frau. Lasst das ab heute einfach Geschichte sein! Bringen wir die Begeisterung zurück und lassen Geburt wieder zum Fest des Lebens werden. Tanzt euch frei!

Geburt als Freudentanz

Unsere Bilder über Geburt sind kulturell überformt. Es drückt sich in ihnen eher unsere Geisteshaltung aus als das, was Geburt wirklich ausmacht. Geburt war durch die Erbsünde Jahrhunderte lang eine Strafe Gottes an den Frauen. Das ist natürlich Quatsch – klar. Aber die Bilder wirken im kollektiven Unterbewusstsein nach. Wir erwarten Schmerzen und qualvolle Stunden, also bekommen wir auch mehr Schmerzen und lange Geburten. Warum: Auch weil wir durch die kulturelle Überschreibung die ursprünglich förderlichen Bilder rund um Schwangerschaft und Geburt vergessen haben.

3 Garanten für eine freudvolle Geburt

  1. Singen. Es gibt Tönen in Indien, Joiken in Schweden, Heilgesang indigener Hebammen aus Südamerika und das Seelenlied in Afrika: Diese weltweite Verbreitung lässt sich nicht einfach übergehen. Wirkung ganz klar: Singen fördert die Gesundheit, durch die Atmung, aber auch durch den Umstand, dass nur singen kann wer Körper, Seele und Geist miteinander harmonisch verbunden hat. Noch deutlicher wird die Bedeutung für die Schwangerschaft, wenn wir den Übersetzungsfehler, den Hanna Strack, evangelische Pastorin, aufgedeckt hat, der seit der Antike tradiert wird, betrachten: Seele heißt wörtlich übersetzt Kehle, beinhaltet also das ganzheitliche Schwingen. Und wir wissen ja: das Universum besteht aus Schwingung und Klang. Singen/Tönen öffnet Räume in uns, weitet und dehnt uns aus bis ins Universum und die weibliche Schöpfungskraft kann sich wirkungsvoll entfalten ohne innere Widerstände.

  2. Tanzen. Singen und Tanzen gehen Hand in Hand und haben die gleiche wirkungsvolle Kraft. Seit Urzeiten werden die Schöpfungsgeschichten getanzt und gesungen. Bauchtanz ist eine sehr wirkungsvolle Vorbereitung auf die Geburt, da es die weibliche Kraft erweckt. Zum einen, da er die Bauchregion in den Mittelpunkt stellt und Verbindung schafft und durch die kreisenden Bewegungen dazu beiträgt, dass das Kind in das Becken rutschen kann. Sehr wirkungsvoll, wenn sich das Baby – aufgrund zu vielen Sitzens in der Schwangerschaft – nicht dreht. Hüftkreisen während der Geburt hilft dem Baby ebenfalls, wie auf einer Rutsche in den Geburtskanal zu gleiten. Dabei imitiert das Kreisen die Elipsenform, auf der auch die Gestirne durch den Kosmos kreisen. Dabei entsteht eine Spiralbewegung. Die Spirale ist das Symbol für Leben und Transformation und unterstützt den Geburtsvorgang vortrefflich.

  3. Lächeln. Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen und ihren Seelen, so heißt es. Das gilt in besonderer Weise für Mutter und Kind. Lächeln bringt gute Laune, lächeln trägt zur Entspannung bei und ist während der Geburt eine echte Geheimwaffe: Lächeln fördert die Ausschüttung der geburtsförderlichen Hormone und trägt zur Öffnung der Gebärmutter bei. Ein lockerer Kiefer führt zur Entspannung und erleichtert die Eröffnungsphase. Den Kiefer während der Geburt aktiv zu lösen, kann wahre Wunder wirken. Lächeln signalisiert dem Baby im Bauch: alles ist ok, ich bin sicher und beschützt. Die Welt freut sich auf mich. Ich bin willkommen.

Tanzen unter der Geburt

Wem das zu „einfach“ ist und wer es nicht glauben kann, weil die alten Glaubenssätze noch so fest verankert sind, der möge sich unbedingt das Video anschauen. So kann es aussehen, super weiblich und kraftvoll auf den Geburtswellen zu surfen! Geboren aus einer Welle der Freude –  der Untertitel von FlowBirthing wird hier sichtbar!

Die Gebärende tanzt mit Freude und das Kind war schon 30 Minuten später da! Das ist der WEG: Tanzt und singt eure Kinder ins Leben – so heißt es schon in der FlowBirthing-Lebensmusik (hier gratis zu hören) und im Vorwort meines Buches!

Tanz als Ritual

Flowbirthing-Blog-Tanzen in der Schwangerschaft

Seit uralten Zeiten haben Tanz und Gesang besondere Ereignisse im Leben der Menschen begleitet von der Geburt bis zum Tod. Tanz war, und ist es in vielen Kulturen noch heute, Teil der Religion und somit Ausdruck dafür, dass der Mensch sich mit den höheren Mächten verbinden wollte, besonders in Tänzen mit ekstatischer Komponente (Beispiel: der Tanz der Derwische). Tanz war auch bewegtes Flehen um Verschonung bei Naturgewalten, Ausdruck von Sexualität und getanzte Bitte um Empfängnis oder eine unkomplizierte Schwangerschaft und Geburt. Tanz war sowohl fester Bestandteil des Alltags (was er noch heute im Orient ist) als auch festliches Ritual. Tanz als Ritual ist somit auch ein geeignetes Medium für Schwangerschaft und Geburt.

Tanzen in Schwangerschaft fördert Körperbewusstsein

Tanzen bringt die Schwangere auf ganz natürliche Weise in Kontakt mit ihrem Körper. Dieser kann sich im Tanz entspannen und auf ganz neue, sensible und gleichzeitig kraftvolle Weise wahrgenommen werden. Kann sich die Schwangere völlig im Tanz hingeben und loslassen, wird sie anfangen, ihren Körper zu genießen und in eine tiefe und innige Verbindung zum Baby gelangen. Durch die Entspannung, die sie im Tanz erfährt, kann sie gleichzeitig Kraft tanken für ihren Alltag und die Geburt.

Tanzen in Schwangerschaft fördert Selbstbestimmtheit

Sie macht die Erfahrung, dass sie je nach ihrer persönlichen Musikauswahl, selbst bestimmen kann, in welche Stimmung sie sich tanzen möchte. Geht es um ein Loslassen von Ängsten, um Ausdruck von Freude, um Lebendigkeit und Leichtigkeit mit diesem erdenschweren Körper oder geht es um das Geniessen von Sinnlichkeit? Jede Bewegung hat ihre Entsprechung in der Psyche. Ob die Bewegungen langsam, flott, genüsslich, körperintensiv oder im Bewusstsein des Babys im Bauch getanzt werden, jedes Mal wird ein anderes Empfinden angelockt, und jedes Empfinden initiiert wieder eine neue Bewegung.

Tanzen fördert die Geburt durch kreisende Bewegungen

Unter der Geburt finden Frauen auf der ganzen Welt, wenn sie sich frei bewegen dürfen, zu kreisenden und wiegenden Hüftbewegungen, um Schmerzen besser zu verarbeiten, Spannungen zu lösen und in den Flow zu kommen oder aber auch, um das Geburtsgeschehen voranzubringen und das Baby in seiner Arbeit zu unterstützen.
Deshalb, liebe Schwangere, TANZT!

Gaby Mardshana Oeftering
Geburtsvorbereitung mit Bauchtanz
Produzentin der DVD „Bauchtanz und Schwangerschaft“
Autorin des Buches „Die innere Kraft der Frau – Beckenboden und Bauchtanz“