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Schlagwort: Fruchtbarkeit

Percht – In den Rauhnächten mit der Ge-Bär-Mutter verbinden

Schwangere bemalter Bauch

In den Rauhnächten – so heißt es in den alten alpenländischen Geschichten – geht die Percht um. Die alte Muttergöttin ist ja eine der lebendigsten Göttinnen Europas, deren Rituale in vielen Gegenden (wenn auch für viele nicht als bewusster „Göttinnen-Dienst) erhalten sind. Bei den traditionellen Perchtenläufen zeigt sich Frau Percht immer mit ihren beiden Seiten: Als weiße, strahlende helle, überirdisch schöne Göttin wie auch als dunkle, mystische, geheimnisvolle Alte. Sie dreht sich ununterbrochen, ganz wie es die zyklische Kraft der Natur gebietet. Dabei zeigt sie abwechselnd ihr wunderschönes, strahlenumkränztes Sonnengesicht oder das verhüllte, auch unheimlich wirkende, wilde Antlitz des tiefsten Dunkels.

Licht- und Schattenseiten gehören zum Leben 

Als uralte Göttin, die über die Zeit um die Wintersonnenwende gebietet, repräsentiert sie den bitterkalten, unbarmherzigen Winter, wo alles erfriert und stirbt. Gleichzeitig werden aber gerade jetzt, in den Rauhnächten die Tage wieder länger, das Licht ist zu Winterbeginn neu geboren, die Sonne nimmt wieder an Kraft zu. Percht steht damit immer gleichermaßen für Geburt und Tod, für hell und dunkel. Nichts davon ist besser, nicht schlechter. Frau Percht ist ganzheitlich, sie trägt die Aspekte des Lebens und des Sterbens in sich. Dieser Übergang von dunkelsten Dunkel zur Zeit der Wintersonnenwende in das Licht, wenn die Tage allmählich wieder heller werden, erinnert auch an die Übergänge, die unser Leben mit sich bringen. Allen voran der allererste Übergang, an dem wir aus dem dunklen, samtigen Mutterschoß hinaus an das „Licht der Welt“ gekommen sind.

 

Bärmutter Percht zieht ihre Kraft aus der Ge-Bär-Mutter

Vielerort wird die Percht daher auch Bär­mut­ter oder Ber­muada genannt. Dass hier nicht nur der Bär bzw. die Bärin, sondern vor allem auch die Ge-Bärmut­ter gemeint ist, liegt auf der Hand. Percht ist die Gebä­rende des stär­ker werden­den Lichts auch wenn alles ringsum noch in Dunkelheit und Kälte erstarrt und wie tot er­scheint. Sie soll auch in den Rauhnächten die Seelen der in diesem Jahr Verstorbenen einsammeln und mitnehmen, damit sie wieder in der großen Gebärmutter der Erdmutter ruhen können. Die Percht als Ge-Bär-Mutter soll aber auch die Kinder bringen. So wird die Wilde Jagd, die in ihrem Gefolge durch die Landen braust, auch als Symbol für Fruchtbarkeitsgeister angesehen. Denn im Gefolge der Percht reiten in den alten Mythen nämlich meist wil­de Hunde, aber auch Ziegen, Schweine und Hasen: Alles Tiere, die mit Fruchtbarkeit in Verbindung stehen. Und diese passen auch gut zu den am meisten vor­gebrachten Wünschen und Orakel-Fragen in diesen heiligen Näch­ten: Wie steht es mit der eigenen Frucht­bar­keit und jener von Vieh und Feldern? Diese hei­melig-kusche­ligen Näch­te bieten ja auch gu­te Vor­aus­setzung da­für, dass die alte Mut­ter­göt­tin, die jetzt um­geht, spätestens in 9 Mo­na­ten Kinder bringt …

Große Festnacht der Percht 

Die große Festnacht der Percht ist jene vom 5. auf den 6. Januar – die letzte der Rauhnächte, die im Volksglauben auch „Nacht der Wunder“ genannt wird. Jetzt verteilt sie ihre Gaben. Dieser Tag wurde früher Epiphanie = „Erscheinung“ genannt. Frauen feiern den Perchtentag, in dem sie sich treffen und mit den Wünschen für das kommende Jahr, die sie sich in den Rauhnächten erträumt haben, um das Perchtenfeuer tanzen und auch über dieses springen, um sich von der Percht Kraft für das Kommende holen. Bei diesem Sprung werden auch von unten die wichtigen weiblichen Organe so richtig befeuert. Ist das Feuer herunter gebrannt, können sich Frauen breitbeinig über die Glut stellen und die wunderbar wärmende Perchtenenergie, die Magie der „Bärmutter“ heilend in ihre Gebärmutter aufsteigen lassen. Frauen, die keine physische Gebärmutter mehr haben, können sich auf diese Weise mit der universellen Gebärmutter der Göttin verbinden und sie in ihren Körper als Kraftquelle holen.

Text: Andrea Dechant / artedea.net

 

Gebärmutter-Frieden: Weinende Bäuche

Frauen und ihre Bäuche – oftmals eine heikle Beziehung. Die meisten Frauen sind mit ihrem Bauch unzufrieden und allein an ihn zu denken, macht sie unglücklich. Sie drücken diese Gefühle weg und verlieren nach und nach die Verbindung zu ihren Bäuchen. Die Schuldgefühle verstärken sich noch, wenn der Bauch einfach nicht schwanger wird. Was nun?! Gefangen in einer Hass-Liebe zum Bauch alias zur Gebärmutter erschwert die Empfängnisbereitschaft.

Weinende Bäuche

Wenden sich Frauen ihrem Bauch wieder bewusst zu, streicheln ihn liebevoll und nehmen ihn als das wahr was er ist: der Schutzraum für die Gebärmutter, die wiederum der Raum sein wird, in dem das Baby beschützt und behütet heranwachsen kann, so sind viele Frauen von ihren Emotionen überrascht. Trauer, Angst und auch Wut zeigen sich jetzt und dürfen gehen, wenn wir sie Dasein und Zulassen. Keine Angst vor dieser Bewusstwerdung: wenn du siehst und fühlst, wie du bisher mit deinem Bauch und dir umgegangen bist, dann kannst du es jetzt ändern. Wie geht das?

Gebärmutter-Frieden schließen 

Nimm deinen Bauch und deine Gebärmutter an als das was sie ist: deine Freundin und Partnerin auf dem Weg hin zu deinem Kind. Sie tut alles, was in ihrer Macht steht, um dein Kind sicher und gesund in die Welt zu bringen. Verbiete du ihr nicht ihre Arbeit, in dem du sie ignorierst, bekämpfst, unterdrückst oder die Bedeutung ihrer Existenz leugnest. So schneidest du dich von deiner Mitte und deinem Kraftzentrum ab. Schließe Frieden mit. Bitte um Verzeihung und ehre und achte von nun an deinen Bauch!

Liebevoll mit dem Bauch umgehen 

Schenke deinem Bauch die Aufmerksamkeit und Liebe, die er verdient. Er leistet täglich viel für dich – und wir ein wahres Wunder vollbringen in den Monaten der Schwangerschaft und Stunden der Geburt. Wenn es dir gelingt dankbar für deinen Bauch zu werden, ihn liebevoll zu streicheln und tief in ihn hineinzufühlen, dann kommst du in deine weibliche Kraft und darfst den heiligen Raum der Weiblichkeit, die Gebärmutter – das Tor zum Leben – erfahren. Der Weg dorthin mag mit Schmerzen verbunden sein, der Lohn ist unbeschreiblich: du darfst das Geschenk deiner Weiblichkeit erfahren.

Wenn du wissen möchtest, wie all der Schmerz in deine Gebärmutter gekommen ist und warum dies ein kollektives Trauma des Weiblichen ist und wenn du mehr Bewusstheit über deinen weiblichen Körper und weibliche Kraft erlangen willst, dann lies das Buch „Die Kraft des Weiblichen“ von Kristina Marita Rumpel. Es verspricht viele AHA-Erlebnisse und eine ganz neue Sichtweise auf das Thema Weiblichkeit. 

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Tees zur Steigerung der Fruchtbarkeit

Etwa jedes sechste Paar bleibt ungewollt kinderlos. Der Druck nimmt von Monat zu Monat zu. Viele Paare suchen einen Ausweg in der modernen Reproduktionsmedizin. Diese zeigt sich häufig für Körper und Seele als sehr belastend. Dabei hat die Natur sehr viel zu bieten, was den Paaren helfen kann.

Heilpflanzen steigern die Fruchtbarkeit

Heilpflanzen nutzen die Menschen seit Urzeiten. Anders als etwa die Hormontherapie haben sie bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen. Sie führen sanft zum Ziel einer gesteigerten Fruchtbarkeit.

Eisprung anregen mit Naturarzneien

Die klassische Pflanze der Fruchtbarkeit ist seit jeher der Frauenmantel. Aber auch Beifuss regt die Hormonproduktion an und gilt als Heilkraut der Mondgöttin Artemis. Die Pflanze wirkt stimulierend nicht nur auf die Hormone, sondern auch auf das weibliche Lustzentrum.

„Göttinnen-Tee“ lässt Hormone und Lust sprudeln

Ideal ist eine Mischung aus Beifuß und weiteren Heilpflanzen, die die Hormone anregen wie etwa Damiana und Rosmarin. Einen halben Liter Tee pro Tag nach Ende der Periode bis zum Eisprung getrunken, zeigt schnell Wirkung: das allgemeine Wohlbefinden und die Lust mehrt sich.

Wer sich weiter über natürliche Wege der Stärkung der Fruchtbarkeit informieren möchte, dem sei der Artikel von Margret Madejsky, Heilpraktikerin aus München, in der aktuellen Ausgabe von Raum & Zeit ans Herz gelegt.

 

Das Ei als Ursymbol

Andrea Dechant
Ostern ist ganz eng mit dem Brauch verbunden, Eier zu färben, zu verstecken und zu suchen. Dieses Ursymbol der Weiblichkeit steht neben Küken, Hasen und neugeborenen Lämmern auch als Symbol für das Frühlingserwachen. Und so wurden auch vielen Frühlingsgöttinnen als Attribut das Ei zugeschrieben.
Klar ist: Das Ei gilt gilt seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol. Das Ei als urweibliches Symbol ist präsent in unsere Osterbräuchen.

Eier als Boten der helleren Zeit

Da Vögel in der Winterzeit keine Eier legen, galt der Beginn des neuen Eierlegens als sicheres Zeichen für den Frühling, für die neu beginnende Fruchtbarkeit. Eine Henne z.B. legt nämlich dann Eier, wenn ihre Retina, also jener Teil des Auges, der das Licht einfängt, mehr als 12 Stunden am Tag von Licht stimuliert wird (heute wird im Winter mit künstlichem Licht nachgeholfen, früher konnten sich die Menschen nur im Frühling und Sommer von Eiern ernähren).

Und auch die Zugvögel kommen nun zurück und legen hier Eier. Das Fest des Frühlingsbe­ginns wurde früher auch Vogelfest genannt. Die Menschen gingen jeden Morgen hinaus um zu sehen, ob die Zugvögel schon angekommen waren. Wurden sie gesichtet, so konnte ausgiebig das Ende des Winters gefeiert werden.

Die früher nicht eingesperrten Hühner legten diese ersten Eier natürlich irgendwo in der Gegend ab, also blieb den Menschen nichts anderes übrig, als diese zu suchen. So ist vermutlich auch der Brauch des Eiersuchens entstanden. Junge Frauen bemalten diese ersten Eier rot, um ihre Fruchtbarkeit zu feiern. Dieser Brauch des Eierfärbens hat sich bis heute gehalten.

Wunderwerk Ei

Das Ei ist ja ein universelles Symbol. Lange bevor Menschen erkannt haben, dass auch der Urquell menschlichen Lebens in einem Ei besteht, kannten sie Vogeleier. Und diese haben eine besondere „Magie“.

Betrachten wir ein Vogelei von außen, dann ist es ein ovales Ding mit einer harten Schale. Doch ein wenig Wärme lässt in seinem Inneren neues Leben wachsen und aus einem scheinbar leblosen Ding entspringt neues Leben. Es wurde daher immer schon als Geschenk alles Weiblichen begriffen.

Seit Urzeiten sind die Menschen vom Ei fasziniert, denn die Schale umschließt ein komplettes Lebenserhaltungssystem. Es steht daher auch für das ganze Potential, das in ihm steckt und es ist damit auch Symbol für die aus dem Winterschlaf erwachende Natur.

In vielen Kulturen gibt es die Legende, dass zu Beginn aller Zeiten die Große Göttin das Weltenei bzw. gleich mehrere Eier gebar, das goldene Ei der Sonne legt, selbst einem Ei entstieg bzw. Eier hütete. Zahlreiche Göttinnen sind selbst einem Ei entschlüpft oder werden als das „Ur-Ei“ begriffen.

In manchen Überlieferungen heißt es, die Urmutter wärmte ein Ei zwischen ihren Brüsten und ließ es Jahrtausende reifen. Als sich die ersten Sprünge in der Schale zeigten, nahm es die Göttin behutsam und legte es ins große Dunkel. Dort sprang die Schale auf und heraus fiel die ganze Welt: Erde und Wasser, Tiere und Pflanzen. Und aus dem Dotter entstand die Sonne.

Und damit die Menschen sich an das große Werk der Schöpfungsgöttin erinnern, schlüpfen die ältesten Tierarten der Welt auch heute noch aus Eiern, den Urzellen allen Lebens.

Das Ei ist kein Grab

Im alten Ägypten, im antiken Griechenland und Rom wurden den Toten als Symbol für die Wiedergeburt Eier ins Grab gelegt. Im alten China wurden Eier als Zeichen der Wiedergeburt und als Dank für die neue Sonnenkraft bei den Frühlingsfesten geopfert.

Eier sind auch von christlichen Osterfeiern nicht wegzudenken, wobei in der biblischen Ostergeschichte Eier nicht erwähnt werden. Ein christlicher Erklärungsversuch zu den „heidnischen“ Ostereiern ist, dass das Ei etwas verborgen hält und damit wie ein verschlossenes Grab ist, in welchem Leben eingeschlossen ist. Damit soll die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich werden.

Doch das Ei hält Leben nicht wie ein Grab verschlossen, sondern birgt es einfach wie ein Ei! Das Ei ist der Ursprung des Lebens, ein „Wunderwerk“, das aus dem Weiblichen kommt – aus weiblichen Vögeln, Tieren, Menschenfrauen …

Zyklische Wiedergeburt oder einmalige Auferstehung?

Das Bemalen der Eier ist eventuell auch darauf zurückzuführen, dass die Menschen die Natur kopieren wollten und bei den Farben und Mustern von Wildvogeleiern Anleihe nahmen und diese als Vorbild für die Bemalung gedient haben könnten.

Wahrscheinlich ist auch, dass allerlei Orakel, Wunschs-Symbole und Segenszeichen auf die Eier gemalt wurden, die im Rahmen von Ritualen Bedeutung hatten.

Oder, dass damit geheime Botschaften und verschlüsselte Hinweise weitergegeben wurden. Das hat möglicherweise diesen Hintergrund:
Einer historisch nicht gesicherten Annahme zufolge, wollte die christliche Kirche die „heidnischen Frühlingsfeste“ mit ihren Weihen und Zeremonien verbieten und auch das Verschenken von Eiern als Zeichen der Fruchtbarkeit und Wiedergeburt der Natur unter Strafe stellen.

Denn lange vertrauten die Menschen auf die Kraft von Frühlingsgöttinnen – diese weibliche Kraft, die sich in den Zyklen der Natur so schön äußert. Die damit verbundenen Bräuche und Feiern passten patriarchalen Religionen natürlich so gar nicht ins Konzept.

Und so machte das Christentum aus der jährlichen zyklischen Wiedergeburt der Natur das einmalige Ereignis der Auferstehung des Gottessohnes, aus der periodischen Erlösung von Dunkelheit und Frost die dauernde Aussicht auf Erlösung von der Erbsünde.

Speziell in Zeiten der Inquisition wussten Frauen, dass sie bei ihren traditionellen Segens- und Weiheritualen sehr vorsichtig sein mussten, da die damit verbundenen Handlungen als Zeichen von Magie und „Hexerei“ angesehen werden konnten. Und damit für die Frauen höchste Lebensgefahr bestand.

Das könnte auch eine Erklärung für das Verstecken von Eiern sein. Um bei diesen Ritualen nicht entdeckt zu werden, wurden gesegnete und geweihte Eier möglicherweise nicht mehr persönlich verschenkt, sondern auf Feldern vergraben und versteckt und mussten daher gesucht werden.

Bildhafte Botschaften darauf können auch durchaus nicht nur als Segens-Symbole und Fruchtbarkeits-Wünsche, sondern auch als verschlüsselte Hinweise und Warnungen gedeutet werden.

Zölibatär lebende Männer und Fruchtbarkeitsrituale

Auch wenn es viele Verbote und Strafen gab, auch wenn die Scheiterhaufen brannten, konnte der Glaube und damit die Hoffnung an die Kraft der Natur von den christlichen Kirchenvätern nicht ausgelöscht werden.

Das alte Wissen war so tief verwurzelt, dass die Menschen immer Mittel und Wege fanden, ihre Traditionen aufrecht zu erhalten.

Daher versah die Kirche vielfach „heidnische“ Riten mit einer neuen christlichen Bedeutung. Dies auch, um die Konvertierung zu erleichtern. So erklären sich auch viele Bräuche rund um Ostern, dem wichtigsten Fest der Christenheit.

Statt also den Frauen zu verbieten, die ersten Eier, die die Hennen im neuen Jahr legen, auf ihre ganz besondere Art zu würdigen und damit die Fruchtbarkeit und die Rückkehr des Lebens zu feiern, wurde dieser Brauch vermutlich in die liturgischen Osterfeiern integriert, um damit auch die Frauen von ihren Kraftplätzen an den Quellen und in den Wäldern weg und hin zur Eier-Weihe in die Kirche zu locken.

Und damit weiht nun zu Ostern der Pfarrer die Eier, die Frauen in die Kirche tragen. Und macht damit das, was Frauen Jahrhunderte lang Kraft ihrer Weiblichkeit eigenständig in Frauenkreisen gemacht haben.

Besonders seltsam mutet diese durch ein zölibatär lebenden Mann vollzogenen Weihe-Rituale an, wenn man an den Fruchtbarkeits-Aspekt der alten Rituale denkt.

Interessanter Weise finden aber viele dieser österlichen Weihen, zu denen in ländlichen Gebieten ja auch heute noch vor allem die Frauen mit ihren mit Frühlingsblumen geschmückten Weihkörben gehen, oft nicht nur in der (Haupt-) Kirche des Ortes sondern bei Kapellen auf Hügeln und an Wegkreuzungen statt. Viele von diesen Kapellen stehen auf alten „heidnischen Kraftplätzen“.

Außer den Eiern finden sich in den Weihe-Körben vielfach auch Brot und Schinken, Butter, Salz und Kräuter, die in festliche weiß und rot bestickten Kreuzsticktüchern gewickelt sind, den Farben der jungen und der fruchtbaren Göttin.
Der Kreuzstich, das X ist immer ein Zeichen für Geburt. Bei der sich die Frau nach unten öffnet, um neues Leben gebären und sich mit der Erdkraft zu verbinden. Und dabei ihre Arme nach oben streckt, um in Verbindung mit den unterstützenden Geburtshelferinnen und auch mit der Kraft des Universums zu sein.

Das gegenteilige Zeichen zu dem Geburts-X ist das Kreuz , das den Tod symbolisiert.

Das oft exklusive Zusammentreffen von Frauen bei der Osterweihe, die Plätze und die Symbolik, die sich bis heute erhalten hat, lässt also immer noch die alten Weihe-Rituale der Frauen durchscheinen.
Rituale, die es Wert sind, in Frauenkreisen wieder neu belebt zu werden.

Der Tanz der Hasen

Und warum bringt eigentlich der Osterhase die Eier?

Menschen beobachteten, dass Hasen im Frühling auf den Feldern in großen Gruppen zu „tanzen“ scheinen. Und sie konnten – nachdem diese „Hasentänze“ vorbei waren – verschiedenste Eier auf den Wiesen finden. Daraus entwickelte sich die Geschichte vom Osterhasen, der die Eier bringt.

Heute weiß man, dass die Tänze der männlichen Hasen eigentlich Schaukämpfe um Weibchen sind. Weil es dabei durchaus wild zugeht, verscheuchen die Hasen dabei jene Wildvögel, die ihre Eier am Boden ausbrüten und diese bei ihrer Flucht natürlich zurücklassen müssen.

So, mit diesem Wissen wünsche ich allseits viel Freude beim Ostereier-Bemalen. Lasst euch eure eigenen Wunsch-Symbole und Segenszeichen einfallen. Und verschenkt sie nach altem Brauch an Frauen, denen ihr Fruchtbarkeit und die starke Kraft der zyklischen Erneuerung wünscht – in allen ihren Lebensbereichen.
Text von Andrea Dechant

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Kraftvolle Feste im Mai

Andrea Dechant

Die gesamte Natur ist im Mai auf Fruchtbarkeit und Fortpflanzung, auf Wachsen, Hervorsprießen und Gedeihen eingestellt. Wie eindrucksvoll muss das in früheren Zeiten gewesen sein. Nach der langer Winterzeit in der Enge und Dunkelheit in den Häusern konnten nun im Mai die Menschen ihre Lebens- und auch Sinneslust endlich wieder in der Natur unter freiem Himmel entfalten.

Dieser Übergang musste gefeiert werden! Die allerletzten Reste des Winters wurden nun mit magischen Ritualen ausgetrieben und verbannt, um damit dem Sommer (und der Fruchtbarkeit!) zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen.

Der Frühling ist nun in seiner vollen Blüte: Farbenrausch, Blütenduft, Insektengesumme, Sinnlichkeit und aufkeimende Fruchtbarkeit, wohin das Auge blickt, das Ohr lauscht und die Nase Düfte von Flieder, Maiglöckchen und Kirschblüten einfängt. Eine Energie, die wir heute noch spüren und auch in vielfältiger Weise zum Ausdruck bringen: Einfach, in dem wir die ersten Gartenpartys steigen lassen und mit Maibowle anstoßen, im Straßencafé sitzen und die Sonne genießen oder uns darüber freuen, wenn in den Dörfern die Maibäume aufgestellt werden. Viele Interessensgruppen haben die Kraft dieser Jahreszeit erkannt und wissen sie für ihre Zwecke zu nutzen: Von der katholische Kirche, die jetzt allerlei Marien-Feste veranstaltet bis zum 1. Mai als „Tag der Arbeit“.

Der Übergang vom 30. April auf den 1. Mai galt als besonders magisch. Im Zentrum vieler Feiern stand die weibliche Kraft, vertreten durch eine Göttin wie z.B. Belena, die feurige keltisch-gallische Göttin oder Walburg, die germanisch-angelsächische Maikönigin. Die Feste wurden vermutlich auch nach diesen mythologischen Frauenfiguren benannt: Beltane, Walpurgis bzw. Walpurgis-Nacht. Die römische Göttin Maia gab dem ganzen Monat ihren Namen. Ihr Name leitet sich vom lateinischen magnus (= groß, mehr) ab, denn sie ist die, die jetzt alles vergrößert und vermehrt.

Die Fruchtbarkeit, Sinnlichkeit und Lebenskraft, die jetzt in der gesamten Natur zum Ausdruck kommt, sollte sich auch auf die Menschen übertragen.

In der Walpurgis-Nacht fliegen die Hexen auf ihren Besen auf den Brocken, heißt es. Zu Beltane feiern Frauen und Männer die wilden heidnischen Rituale der „Heiligen Hochzeit“. Woher kommen diese Zuschreibungen, die jeglicher historischer Quellen entbehren?

Das Fest der Lebenslust, der sinnlichen Vereinigung, aus der wiederum neues Leben entsteht, wurde speziell im christlichen Gedankengut in eine Nacht voll von abartigen Ritualen uminterpretiert. Die Mutmaßungen und böswilligen Unterstellungen, welche wilden, ausschweifenden bis satanisch-perversen Dinge die sogenannten Hexen in den Maiennächten treiben, kostete in Zeiten der Inquisition vielen Frauen das Leben.

Und das spüren Frauen subtil immer noch als Angstpotential, Körpererinnerung und genetisches Gedächtnis. Trotz Aufklärung und scheinbarer Freiheiten leben Frauen unseres Kulturkreises daher selten das volle Potential.

Höchste Zeit also, dieses wieder in unser Leben und unsere Welt zu bringen! Der Monat Mai ist dafür die passende Gelegenheit. Feiern wir kraftvolle, sinnliche berauschende Mai-Feste – im Frauenkreis oder gemeinsam mit den Männern als Ausdruck unserer schöpferischen Kraft, unserer Lebenslust und der Freude am Austausch und Miteinander-Sein.

Andrea Dechant
www.artedea.net