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Die Bedeutung von „Pfingsten“

Gemälde mit Tauben und Augen

An Pfingsten kommt der Heilige Geist über uns. Oder was erinnern wir an Pfingsten eigentlich? An Pfingsten feiern wir das Leben in all seiner Vielfalt und Sosein. Es ist die weibliche Schöpfungskraft, der wir an Pfingsten gewahr werden. Sie ist der göttliche Schöpfungsimpuls, dem wir alles Leben auf der Welt verdanken.

Weibliche Schöpfungskraft

Sophia, die alttestamentarische Göttin der Weisheit, verkörpert die weibliche Schöpfungskraft ohne die Geburt auf natürlichem Wege nicht möglich ist. Die Kraft zu gebären, entspringt einem klaren Ja zum Leben, zu dem was war, ist und werden wird. Leben ist im Ursprung lebensbejahend und getragen von Liebe, Freude, Dankbarkeit, Demut und Wertschätzung.

Alles Leben entspringt der Gebärmutter

Es ist die Gebärmutter, die seit Urzeiten den Glauben an das Göttliche beherbergt. Sie hält in sich das Geheimnis des Lebens. Sie ist das Unergründliche, denn in ihr entsteht, wächst – oder stirbt auch – neues Leben. Diese Werte sind die Grundlagen des Lebens, wie sie sich bei natürlichen Geburten in Anbindung an die weibliche Kraft zeigen. Ohne Liebe und Vertrauen kann kein Leben geboren werden und sich kein Leben gesund entwickeln oder nach Krankheit und Trauma heilen.

Mutterschoß bedeutet Barmherzigkeit

Barmherzigkeit ist das magische Wort der Zeit. Papst Franziskus hat 2016 als Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Damit öffnet er der Kraft des Weiblichen Tür und Tor. Das Wort Barmherzigkeit wurde ursprünglich im Hebräischen mit dem Wort Mutterschößigkeit gleichgesetzt. Dadurch wird der Blick frei auf den weiblichen Ur-Grund allen Seins und die Erinnerung an den weiblichen Lebenskontext, der alles Leben hervorbringt und umgibt, kommt zurück. Eine Vorbedingung für die Heilung von Mutter Erde und Schlüssel für eine lebensbejahende Welt.

Die Kraft des Weiblichen

Die Kraft des Weiblichen entzündet sich für alle sichtbar im Geburtsverlauf und in Form weiblichen Weisheitswissen fließt seit je her die einzigartige Lebens-Erfahrung von Frauen über in das weitere Leben. Geburt ist eine hochspirituelle Erfahrung des Alleins-Seins und Nichts Spektakuläres, Abgehobenes, Vergeistigtes, Unheimliches liegt darin. Alles ist ein und dieselbe Erfahrung, die wir schlicht Leben nennen.

Wer ein Bild von Sophia, der alten Göttin anschauen möchte, findet schöne Bilder unter www.artedea.net.

Grün als die Farbe der Mutterschaft

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Grün ist die Farbe der Mutterschaft. Es ist die Farbe des Herzchakra und drückt Gefühle der Verbundenheit, Empathie und Liebe aus. Schwanger Frauen in grün gekleidet, zeugen von der liebenden Verbindung von Mutter und Kind und der Einheit allen Seins. Grün symbolisiert auch die Natur, die sich von ihrer wohlwollenden Seite zeigt. Oder anders ausgedrückt: Leben ist Liebe. Das alles drückt sich in der Farbe grün aus.

Daraus können wir auch ableiten, dass grün als Farbe der Schöpfungskraft und Natur schwangeren Frauen darin unterstützen kann, mit der weiblichen Schöpfungskraft, die sowohl in der Erde als auch in jeder Frau fließt, in Kontakt zu kommen. Wenn man so will, ist der Mutterleib ein Korb unerschöpflicher Fülle, für den es gilt in der Schwangerschaft ein Gefühl der Dankbarkeit zu entwickeln.

Eine Schwangere steht für die Erneuerung des Lebens, sie ist die Verkörperung der Schöpfungskraft und damit zutiefst verehrungswürdig. Idealerweise drückt sich dieses Gefühl zuallerst in einem liebevollen, wertschätzenden Umgang der Frau mit sich selbst aus, aber natürlich auch im Außen durch ihren Partner und der gesamten Gesellschaft. Wer diesen Zusammenhang kennt, der kann leicht verstehen, warum die weltweite Abwertung der Frau zu einer weltweiten Naturzerstörung, die die Menschheit bedroht, führen musste.

Die Frau ist wie die Erde ein Gefäß der Fruchtbarkeit, welches Leben hervorbringen und ernähren kann. Seit Urzeiten wird für die Verehrung des Mutterleibes daher ein Behältnis wie ein Korb oder Kessel vorgestellt. Der heilige Gral aus dem Leben hervorgeht. „Wenn man keinen Topf hat, kann man kein Wasser schöpfen und kein Essen aufbewahren. Ohne einen Topf herrscht Hunger und Durst. Ein Topf symbolisiert die prallen, mit Milch gefüllten Brüste der Muttergöttin, die alles Leben ernährt“, so Frauenforscherin Devdutt Pattanaik.

Frauen vergangener Tage waren sich dieser Auszeichnung bewusst. Die alten Mütter kannten die Macht des Gebärens. Sie dienten als Gefäß und ließen die Macht des Gebärens überfließen in die Macht von Symbolen und Farben und nutzen diese Offenbarung für ein ganzheitliches Verständnis von der Welt. Sich mit der Farbe grün in der Schwangerschaft zu schmücken, bringt ein Stück der ursprünglichen Magie, der allumfassenden Lebensweisheit von Frauen in unser Bewusstsein zurück.

Drum, liebe Schwangere, tragt grün als Zeichen Eurer Verbundenheit mit der Urweiblichkeit, die in jeder Frau auf die Erweckung wartet! Wer es nicht ausprobiert, wird das Geheimnis auch nicht erfahren können. Denn wie alle Weisheit der Welt erschließt es sich nur im eigenen Erleben und Tun. Viel Freude beim Ausprobieren!

Weibliche Schöpfungskraft

Andrea Dechant

Pfingsten, mit diesem christlichen Fest ist das Symbol der Taube verknüpft. Kaum jemand weiß heute noch, dass die Taube bereits das Attribut der alten Muttergöttinnen war. Wer dieser Spur nachgeht, kommt auf eine Bedeutung von Pfingsten, die nur wenigen bewusst ist: Pfingsten ist die Feier der weiblichen Schöpfungskraft mit ihrem ganzen Ideenreichtum, der Weisheit, die von Beginn an da war.

In nahezu allen Mythen, Religionen und Kulten wird der Schöpfungsakt, dieses Ur-Gebären entweder einer weiblichen Gottheit oder dem Zusammenwirken von einer weiblichen und einer männlichen Gottheit zugeschrieben. Auch unter dem uns bekannten „Heiligen Geist“ verstand man seit jeher eine göttliche Kraft mit eindeutig weiblichen Zügen. Personifiziert und verehrt als Sophia, die große Muttergöttin des Juden- und Christentums, welche der Welt das Licht brachte und von Ewigkeit her eingesetzt war.

In einer wenig beachteten hebräischen Bibelstelle (AT, Tanach, Sprüche 8,22-31) ist eine interessante Darstellung der Schöpfung zu lesen: „Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.“ Wer spricht hier? Ein Wesen, das auch immer wieder als „Frau Weisheit“ bezeichnet wird.

Sophia, die Frau Weisheit ist die Urkraft, der ganze kosmische Ideenreichtum. Sie manifestierte sich aus dem Absoluten, dem Urklang und ist als dynamische Energie während des gesamten Schöpfungsaktes die treibende, die weise, die kreative Kraft. Vielleicht hüpfte sie fröhlich von Einfall zu Einfall: Warum nicht einen anmutig gekurvten Raum? Sie klatscht in die Hände: Warum nicht Myriaden pfiffiger Moleküle? Sie summt ihr Lied: Warum nicht schleierwehende Wirbel, Gase? Oder Materie, schwebend, fliegend, rotierend? Sie lächelt und träumt: Meere, Berge, Gräser, Kräuter, Bäume, Wesen, die krabbeln, fliegen, schwimmen – das wäre doch hübsch. Alles ist möglich in diesem Urzustand. Sophia tanzt – leicht wie die Zeit – ihren kosmischen Tanz. Ihre Melodie ist der wildeUrknall, dem Wirbel, Bewegungen, Töne entsprangen, Räume, Zukünfte, erste Vergangenheiten. Sie erstreckt sich über das sich freudig ausdehnende All.

Man stelle sich also vor: Gott in Geselligkeit, Gott mit Sophia, jener Göttin, die die Weisheit repräsentiert, noch ehe alles begann. Zwei, die höchst spielerisch miteinander umgingen und die sich in ihrer lustvollen Schaffenskraft gegenseitig beflügeln. Er macht, sie liefert die Ideen und die Kraft. Was für ein anderes Bild der biblischen Schöpfungsgeschichte. Was für eine Lebensfreude, die daraus spricht.

Andrea Dechant
www.artedea.net