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Geduld gefragt bei der Geburt

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Das Wort Geduld (auch altertümlich: Langmut) bezeichnet die Fähigkeit zu warten“ – so Wikipedia.
Oder wie es der englische Dramatiker William Somerset Maugham (1874-1965) ganz treffend beschrieben hat: „Der Mensch hat das Warten verlernt, darin liegt das Grundübel unserer Zeit.
Das ist leider heute auch noch so. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit. Wo man nur hinsieht, viel zu schnell muss alles gehen. Dieses nicht warten oder nicht abwarten können ist sehr stark in der heutigen Geburtshilfe zu spüren. Ein Plädoyer für mehr Geduld:

Überlastete Kreißsäle

Die Kreißsäle sind voll, Hebammen und Ärzte oft überlastet. Da liegt es doch ganz nahe, das schnell einmal zum Wehenmittel gegriffen wird oder ein Dammschnitt gemacht wird. Noch besser, lieber gleich einen Kaiserschnitt machen, dann geht es noch flotter und planbarer ist er auch.

Frühzeitige Eingriffe in den Geburtsverlauf

Wenn während einer Geburt Komplikationen auftreten, keine Frage, dann bin ich sehr froh darüber, dass wir heute gut versorgt sind. Doch auf Grund meiner Eindrücke und Erlebnisse als Hebamme, habe ich leider allzu oft gesehen, dass Komplikationen eingetreten sind, weil eben nicht abgewartet wurde. Dieser Eingriff in den natürlichen Geburtsverlauf kann schwerwiegende Auswirkungen haben.

Geduld als zentrales Element einer natürlichen Geburt

Ich bekomme immer wieder Geburtsgeschichten erzählt und es macht mich wirklich sehr traurig, was ich alles höre. Die hohe Kaiserschnittrate, die wir in Österreich und Deutschland haben (über 30%), lässt keine Zweifel, dass irgendetwas falsch läuft. Für mich als Hebamme ist Geduld etwas sehr wichtiges.

Kind erwarten können

Ich denke, dass alles seine Zeit braucht und nicht so schnell gehen kann (soll), wie wir es gerne wollen, besonders wenn ein Kind erwartet wird. Geburten können so unterschiedlich sein, wie wir Menschen sind. Einige dauern sehr lange, andere wieder sind besonders schnell. Wenn es dann einmal länger dauern sollte, dann sind Geduld und Zuversicht von großer Bedeutung. Verläuft alles normal, ist es OK, wenn es einmal länger dauert.

Warten ist oft das Beste bei einer Geburt

Als Beispiel: bei einer längeren Geburt ist es ganz normal, dass die Wehen auch mal wieder weniger werden, das ist ganz wichtig, damit sich der Körper der Frau wieder Kraft holen kann, um dann wieder kräftigere Wehen zu erzeugen. Meine Erfahrung hat hier gezeigt, dass Warten und eben mal gar nichts tun das Beste ist. Mir ist sehr wichtig darüber zu schreiben, dass es von großer Bedeutung für einen guten Geburtsverlauf ist, sich schon in der Schwangerschaft mit seinem Körper gut auseinander zu setzten und zu vertrauen, dass dein Körper das Richtige tun wird.

Rezept also für eine gelingende Geburt ist:

  • Auseinandersetzen mit dem eigenen Körper in der Schwangerschaft
  • Beziehungsaufbau zum Kind
  • positive Einstellung zur Geburt
  • Personen bei der Geburt, die daran glauben, das eine natürliche Geburt möglich ist
  • eine Hebamme, die an die natürliche Geburt glaubt
  • ein Ort, an dem ich mich wohl fühle
  • GEDULD

Allen Frauen die bald ihr Baby erwarten, möchte ich sagen:Vertraut darauf das euer Körper alles richtig macht, und im richtigen Tempo!

Ich wünsche euch noch eine schöne Weihnachtszeit!
Patricia Schmidmeier

Hausgeburtshebamme
Beitrag gelesen im aktuellen Adventskalender-Blog von Nina Winner, Netzwerkpartnerin von FlowBirthing
http://geburt-und-mama-sein.com/blog/

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