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Frauendreißigst

Andrea Dechant

Zwischen Mitte August und Mitte September ist traditionell eine besondere Zeit der starken Frauenkraft – der sogenannte „Frauendreißigst„. Jetzt – mitten in der Erntezeit – wurde seit jeher die große Erdgöttin gefeiert, die sich jetzt so üppig verschenkt. Der Ursprung des „Frauendreißigst“ liegt vor allem auch in der konkreten Erfahrung, nach der diese Spanne als besonders günstige Zeit für das Sammeln von Kräutern gilt. Diese wurden in dieser Zeit auch verarbeitet – zu Tees, Tinkturen, Likören, Salben, Kräuteressig etc. Sie galten als besonderes Geschenk der „Großen Göttin“ und waren früher die „Hausapotheke“, mit der die Menschen den Winter überstehen konnten.

Jetzt – kurz bevor sie sich verblüht wieder in die Erde zurückziehen – haben die Kräuter das ganze Licht der Sommersonne gespeichert und damit wird ihnen die größte Heilkraft zugeschrieben. Diese besondere Zeit der Frauenspiritualität basiert auf den Mythen rund um die Vegetationsgöttinnen. Nach den alten Geschichten treten diese im späten Sommer gemeinsam mit ihren Pflanzen die Reise in die „Anderswelt“ an und hinterlassen ihre heilenden Kräfte den Menschen in den Kräutern, deren Stängel, Blätter und Wurzeln vor allem um diese Zeit gesammelt werden.

Die damit verbundenen Bräuche waren so tief verwurzelt, dass sie in christliche Riten übernommen wurden. Und da es sich ja um altes Frauenwissen handelt, musste dazu vor allem die christliche Muttergöttin Maria herhalten, die nach katholischer Auffassung in dieser Zeit besonders wirksam ihre Gnade spüren lassen soll. Anfang und Ende der „Frauendreißigst“ ist traditionell der Große und der Kleine Frauentag (15. August und 8. September) – im katholischen Kalender: Mariä Himmelfahrt und Mariä Geburt.
Die Kräuter und Blumen, die Frauen in dieser Zeit sammeln, ergeben farbenprächtige und würzig duftende Sträuße. Auf besondere Art gebunden – mit Wünschen und Zauber versehen und geweiht, werden sie zu „magischen Kräuterbüschel“ – daher auch die Bezeichnung „Frauenbüscheltag“ für den 15. August.

Die damit zusammenhängende Kräuterweihe, die viele nur im katholischen Sinne kennen, ist natürlich viel älter als der Marienglaube und wurde sogar im Jahr 745 von der Kirche als „heidnisch“ angesehen und daher verboten.

Da die Riten, die mit den alten Göttinnen in Verbindung stehen, nie ganz ausgelöscht werden konnten, haben die Kirchenväter schließlich beschlossen, die Kräuter zu Ehren der Maria zu weihen.
Zu den Kräuterbüschel gibt es jede Menge Überlieferung, das betrifft sowohl die einzelnen Pflanzen, die auf keinem Fall in einem solchen Strauß fehlen dürfen, als auch die Wirkung von magischen Zahlen wie auch sonstige (versteckte) Beigaben.
So findet sich in so manchen Büscheln auch Kröten – die sogenannten „Dreißgen- Höppinnen“. Das hat auch seinen guten Grund: Kröten haben eine starke weibliche Symbolkraft. Sie stehen in vielen Kulturen für die Gebärmutter, die Vulva, bzw. allgemein für die weiblichen Geschlechtsorgane, für einen Fötus oder auch für die Gebärhaltung. In Märchen (z.B. Dornröschen) kündigen sie als Fruchtbarkeitselement häufig von einer bevorstehenden Schwangerschaft.
Viel mehr zu den magischen Zahlen, der Wirkungsweise dieser Büschel und wofür sie verwendet wurden, von den sogenannten „Fraueneiern“, die in dieser Zeit auch eine große Rolle spielen und von alten Göttinnen- und Frauentraditionen sind im artedea-E-Book „Frauendreißigst“ nachzulesen.
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Andrea Dechant

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