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Weltgedenktag für verstorbene Kinder

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Jedes Jahr sterben in Deutschland 20 000 Kinder und junge Erwachsene, weltweit sind es um ein Vielfaches mehr. Und überall bleiben trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde zurück. Ihre Gedanken sind jeden Tag bei ihrem verstorbenen Kind und sie müssen sehr ringen, um weiter am Leben teilzunehmen, die Schönheiten der Welt wahrnehmen zu können und sich über Dinge freuen zu können. Am 2. Adventssonntag ist der Weltgedenktag für verstorbene Kinder und Netzwerkpartnerin, Uli Michel, Hebamme und Sterbeamme erinnert uns an ein Thema, das wir normalerweise lieber verdrängen. Sie nimmt uns an die Hand und erwärmt unser Herz:   

Ein Licht geht um die Welt

Jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember ist der Weltgedenktag für verstorbene Kinder. Rund um die Welt stellen seit vielen Jahren Betroffene eine Kerze in ihr Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten Zeitzone entzündet, so dass eine Lichterwelle um die ganze Welt geht. Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und nie vergessen werden. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel sein lässt. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen. Es verbindet Menschen mit ähnlichem Schicksal und vermittelt Solidarität.

Es erwärmt ein bisschen das kalt gewordene Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen tut.

 

Herzenswärme

Genau diese Herzenswärme erlebe ich in der Begleitung von Eltern deren Kind verstorben ist. Nur selten im Leben lassen wir uns emotional so tief berühren und zeigen uns so ehrlich und echt.

Bei allem Schmerz, aller Traurigkeit, Wut und Verzweiflung erlebe ich Menschen, die Mut entwickeln, sich neu finden, neue Schritte wagen und verwandelt wieder Lebenskraft schöpfen. Meine Hochachtung gilt ihnen allen!

 

Umeinander sorgen

Fast alle dieser betroffenen Eltern berichten mir, dass sie nach wenigen Wochen sehr allein sind, dass kaum noch jemand nach ihrem verstorbenen Kind fragt und sich nach ihrem Befinden erkundigt. Aber für betroffene Eltern fängt der Trauerweg gerade erst an.

Warum fällt es uns so schwer, Menschen, denen ein solches Schicksal widerfährt zu begleiten, zu umsorgen, ihnen zur Seite zu stehen? Und das bestenfalls so lange bis sie uns selber signalisieren dass es nun genug ist.

Ich wünsche mir eine Sorgekultur. Ein Aufeinander- achten, unterstützende Worte, tragende soziale Netze, gemeinsames Schweigen, kreative Ideen um ungewöhnliche Situationen zu meistern und viel, viel Zeit, die wir uns nehmen, um schwere Momente des Lebens leichter werden zu lassen. Für betroffene Eltern, Geschwister und Großeltern, für uns selbst und auch für die verstorbenen Kinder.

 

Suche stille Orte, damit die Seele den Mut nicht verliert ( Hildegard von Bingen )

Weitere Informationen zum Weltgedenktag und zur Begleitung verwaister Eltern als Hebamme und Sterbeamme unter www.uli-michel.de

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