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Viva la Vulva – Das Tor des Lebens

Kein anderer Körperteil wurde im Zuge der Jahrtausende zu einem größeren Schauplatz von Lust, Ideologie und Tabuisierung. Die Dokumentation erzählt von der Kulturgeschichte der Vulva, von ihrer Anbetung als Freuden- und Fruchtbarkeitsspendende in der griechischen Mythologie über ihre regelrechte Dämonisierung bis hin zur Frauenbewegung der 1960er Jahre. So steht es in der Beschreibung des österreichischen Dokumentarfilms „Viva la Vulva“, den jede Frau gesehen haben sollte. Bis 24. August ist er noch in der Arte Mediathek zu sehen!

Die Vulva ist das Tor ins Leben und wurde in allen Kulturen verehrt, lange bevor der Phalluskult einer männlich dominierten Gemeinschaft Einzug hielt. Durch die Vulva kommt eine neue Seele auf die Welt, erblick dein Kind das Licht des Lebens. Die Vulva ist somit das Eintrittstor und führt ins Innere der Frau an den geheimnisvollen Ort, die Gebärmutter. Hier ist das Allerheiligste zu finden: ein Ort, der Raum und Zeit schenkt, in dem sich ein neues Leben nach der Befruchtung einnisten und wachsen und gedeihen kann. Versorgt, mit allem, was es braucht. Hier vollzieht sich das Wunder des Lebens. Hannah Strack, evangelische Pastorin und feministische Theologin, findet folgende Worte: Der weibliche Körper ist symbolwürdig für das Göttliche.

Und das Göttliche ist nichts Abstraktes. Es ist konkret in jeder Frau zu finden, denn die Gebärmutter ist das Fenster zur Ur-Gebärmutter, dem weiblichen Quell allen Seins. Im Schoß einer Frau finden Männer Einlass in den göttlichen Raum, wenn sich die Vulva öffnet und sich die Frau hingibt und ihre weibliche Lust lebt. Die weibliche Lust wiederum ist Ausdruck der weiblichen Schöpfungsenergie, die auch unter der Geburt fließt und somit das Göttliche bei der Geburt mit jeder Faser des weiblichen Körpers erlebbar wird. Um diese Verbindung und erhabene Stellung der Frau zu zerstören, wurde und wird so viel Gewalt, Unterdrückung, Schuld und Scham auf den weiblichen Körper gelegt. Ja viele Frauen haben gar keine Verbindung mehr zu ihrer Vulva.

Möge der Film dazu beitragen, dass sich Frauen wieder ihrer Selbst, ihrem weiblichen Körper liebevoll annehmen und sich feiern für das Geschenk der Weiblichkeit. Denn das ist es: eine Auszeichnung in einem weiblichen Körper zu leben und dem Wunder des Lebens so nahe zu sein. Viva la Vulva! Wenn du deine Vulva vom Ballast der Jahrhunderte befreien und deine weibliche Sexualität knacken willst, dann empfehle ich dir die wunderbare Noelani Marion Naone. Ich kenne niemanden, der so frei und kraftvoll über die weibliche Sexualität spricht und lehrt(!).

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