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Roses Revolution Day 2018 benennt Gewalterfahrung

Zum 7. Mal begehen wir am Roses Revolution Day den globale Tag für ein Ende der Gewalt in der Geburtshilfe. Seit 7 Jahren legen auch in Deutschland Frauen, die Gewalt unter der Geburt erfahren haben, am Geburtsort eine Rose als Zeichen ihres stillen Protestes nieder. Jedes Jahr werden es mehr Frauen, die den Mut finden, das Tabu zu brechen und über das, was sie erfahren haben und unter dem sie nicht selten ein Leben lang leiden, zu sprechen. Sie tun dies nicht um anzuprangern, sie tun dies um Trauerarbeit zu leisten darüber, dass ihnen eine schöne Geburtserfahrung genommen wurde. Und sie tun dies, um mit ihrer Aktion zu bewegen, damit sich endlich etwas bewegt in der Geburtshilfe. Denn es sind längst keine Einzelfälle. Es ist ein krankes System das auf dem Rücken von Gebärenden und Neugeborenen am Leben erhalten wird.

 

Gewalt gegen Frauen ist nicht nur körperlich. Sie ist auch:

  • sie unter Wehen gegen ihren Willen zum Stillliegen zu zwingen.
  • unter Wehen wieder und wieder nach dem Muttermund zu tasten.
  • ihnen zu sagen: „Wenn Sie jetzt nicht mitarbeiten, dann stirbt Ihr Baby!“.
  • sie unter Geburt allein zu lassen oder ihnen zu sagen, sie sollen gefälligst still sein.
  • die Geburtspostion (z.B. liegend auf dem Bett mit festgeschnallten Beinen) vorzuschreiben.
  • ihnen ohne ihr Einverständnis und ohne medizinische Notwendigkeit einen Dammschnitt zuzufügen
  • bei Ihnen ohne medizinische Notwendigkeit einen Kaiserschnitt zu machen.
  • sie ohne medizinische Notwendigkeit von ihrem Baby zu trennen.

 

Am 25. November wird es offenbar: Es ist weder die Schuld der Frauen, noch sind die Frauen allein mit ihrer Erfahrung. All die Frauen, die weltweit eine Rose ablegen haben eines gemeinsam: Sie haben Gewalt unter der Geburt erfahren in einem Moment, wo sie den größtmöglichen Schutz und Respekt der Gemeinschaft verdient hätten. Wie weit sind wir von einer würdevollen Geburtserfahrung entfernt und wie lange wollen wird das noch hinnehmen? Gehen wir aus dem Opferstatus heraus. Jetzt. Wie tun wir das? In dem wir das Leid ansprechen, es nicht mehr verschweigen, uns solidarisch mit den Frauen zeigen und alles daran setzen, dass sich die Rahmenbedingungen ändern. Und gleichzeitig, das Selbst-Bewusstsein von Frauen stärken und sie aufklären, was es heute heißt, sich auf eine kraftvolle, natürliche, selbstbestimmte Geburt vorzubereiten. Das ist weit mehr als eine Atemtechnik lernen. Es ist die bewusste Vorbereitung von Innen heraus und das Ja zur weiblichen Kraft und Selbstmächtigkeit.

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