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Die Ökonomisierung der Geburt

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Eine Ökonomisierung der Geburt greift immer mehr um sich. Und das mit fatalen Folgen: Die ökonomische Bewertung der geburtshilflichen Praxis stellt die Regeln einer förderlichen Geburtsbegleitung auf den Kopf. Ein krankes Gesundheitswesen hält sich auf dem Rücken von Mutter und Kind am Leben.

Ökonomisierung im Gesundheitswesen

Die Ökonomisierung im Gesundheitswesen treibt in der Geburtsmedizin verheerende Blüten. So hat sich die Zahl der Kaiserschnitt in den letzten 15 Jahren verdoppelt ohne dass die Kindersterblichkeit gesunken wäre.

Was ist damit eigentlich gemeint?

  1. Fallpauschalen: ein Kaiserschnitt bringt doppelt sowie eine normale Geburt
  2. Klassifikation von Patientinnen: die Zahl der als „Risikoschwangerschaften“ nimmt dadurch zu
  3. Standardisierung der Behandlungsoptionen: Zeitvorgaben innerhalb derer sich Geburt entwickeln muss, sonst folgen Interventionen (z.B. Wehenmittel)
  4. Ablöse von Diagnostik durch Risikomanagement: die Einleitung der Geburt bei Übertragung unabhängig von der Versorgung des Kindes und dessen Situation (u.a. werden Babys sogar zu früh geholt, weil Entbindungstermin falsch berechnet wurde)

Zerstörerische Kraft am Beginn des Lebens

    • Nur noch 7 Prozent der Geburten verlaufen ohne medizinische Interventionen
    • 93 Prozent der Frauen wird eine schöne, kraftvolle Geburtserfahrung verwehrt
    • 93 Prozent der Neugeborenen müssen unter Stress und erschwerten Bedingungen des Licht der Welt erblicken. Von den medizinischen Spätfolgen für Mutter und Kind ganz zu schweigen.

Barbara Duden, Medizinhistorikerin, Geschlechterforscherin und emeritierte Professorin der Leibniz Universität beschreibt diese Entwicklung der von oben durchgesetzten statt bedürfnisorientierten Politiken als „zerstörerische Kraft für eine abwartende und den Frauen beistehende, professionelle Geburtshilfe  – nämlich die Bedrohung einer wohnortnahen geburtshilflichen, abwartenden Grundversorgung und einer Geburtshilfe, deren erstes Merkmal einmal war, dass es für diesen Beistand Zeit braucht.“

Ihr Vortrag „Die Ökonomisierung der Geburt“ ist zu hören bei der Jahrestagung der GfG – Gesellschaft für Geburtsvorbereitung am 16. September 2016 in Freiburg. Weitere Infos auf der Website GfG.

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