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Einschnitt in die Weiblichkeit

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Im Zusammenhang mit der TV-Dokumentation „Meine Narbe – ein Schnitt ins Leben„, steht das Thema Kaiserschnitt heute im Mittelpunkt. Auch wenn wir uns alle eine möglichst natürliche Geburt für Mutter und Kind wünschen, so trägt die Beschäftigung mit dem Thema doch zu einer bewussten Geburt bei.

Kaiserschnitt: Segen oder Fluch

Es steht außer Frage, dass Notkaiserschnitte für Mutter und Kind lebensrettend sein können und dafür sind wohl alle Frauen dankbar. Doch warum steigt die Zahl der Kaiserschnitte pro Jahr stetig? In Deutschland werden derzeit rund 33 % der Kinder per Kaiserschnitt geholt. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass aber nur 10 – 15 % der Kaiserschnitte auch wirklich notwendig wären. Das heißt in gut 20 % der Fälle gehen Frauen durch das Risiko einer Operation mit all den traumatischen Folgen, die ein Kaiserschnitt erwiesenermaßen für Mutter und Kind haben kann, obwohl es – bei richtiger Vorbereitung und Betreuung der Frauen vor und während der Geburt – gar nicht dazu kommen müsste.

Frei von Schuld- und Versagensgefühlen

Beim Thema Kaiserschnitt geht es nicht darum, jene Frauen zu stigmatisieren, die mit Hilfe eines Kaiserschnittes ihr Kind auf die Welt gebracht haben. Es steht ohne Zweifel fest, dass jede Frau ihr Bestes gibt, um ihr Kind in Händen halten zu können. Es geht vielmehr um geraubte Chancen für Frauen.

Traumatische Erfahrungen mit Kaiserschnitten

Den Finger in die Wunde zu legen, zeigt, dass es dabei nicht „nur“ um die einzelne Frau und ihre individuelle Geburtserfahrung geht, sondern hinter dem Trend zu Kaiserschnitten auch ein System wirkt, das zum Großteil auf dem Rücken von Frauen ausgetragen wird. Dieses gilt es zu stoppen mit starken, selbstbewussten Frauen!

Einschnitt in die Weiblichkeit aufgrund veralteter Strukturen

Interessant dabei ist auch, dass es in Europa einen deutlichen Nord-Südanstieg gibt, was die Kaiserschnittraten betrifft. Am wenigsten Operationen als Geburtsmaßnahme werden in Finnland gebraucht, am meisten in den südlichen Ländern (Italien, Spanien, Portugal) mit Rumänien als Schlusslicht. Hat diese Verteilung vielleicht auch etwas mit patriarchalen Strukturen zu tun, die in diesen Ländern noch stärker greifen und Frauen dort in ihrer Freiheit und Weiblichkeit verstärkt Einschneidung erfahren?

Zusammenhang zwischen Gleichberechtigung, Geburten pro Jahr und Wohlstand?

Es ist auf jeden Fall bemerkenswert, dass die Ländern, in denen die Gleichwertigkeit von Frau und Mann selbstverständlich ist, dass dort weniger Kaiserschnitte erfolgen, dafür mehr Kinder geboren werden und dazu in der Gesellschaft noch mehr Wohlstand vorherrscht. Erstaunlich. Oder doch nicht?!

Viel Freude beim Ergründen der Zusammenhänge

Kristina Rumpel

One comment

  1. Brigitta E. says:

    Ich bin auch sehr dankbar, dass es Kaiserschnitte gibt, wenn Notfälle auftreten. Das hat schon vielen Frauen und Kindern das Leben gerettet. Wenn ich jedoch höre, dass in Kliniken Kaiserschnitte forciert werden, nur weil sich mehr Geld damit verdienen lässt, dann weiß ich: Es ist wirklich Zeit, diese Systeme zu stoppen. Ein Weg ist dabei sicherlich, Frauen im Vorfeld aufzuklären – dafür leistest du, liebe Kristina, einen wertvollen Beitrag. Ich danke dir für deine Initiative Flowbirthing und wünsche dir von Herzen, dass dein Engagement weite Kreise zieht!

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